Leben und Überleben mit Sehnsucht nach Lavendelkaffee
In Mira nistet sich mit dem Einmarsch russischer Truppen in ihr Heimatland Ukraine im Februar 2022 ein Zugwind ein. Das Buch spielt in den kommenden Kriegsjahren bis in den Herbst 2024 und beschreibt aus Sicht der Protagonistin sowohl ihre Erlebnisse in Deutschland, als auch in der Ukraine, vornehmlich ihrer Heimatstadt Odessa. Der Text beleuchtet dabei die unterschiedlichen Gefühle und Erfahrungen, die Mira umtreiben, in ihrem Beruf als Ärztin, im Umgang mit russischen und ukrainischen Patienten, aber auch besonders in ihrer Familie, mit Freunden und Verwandten, geflüchtet oder im Kriegsgebiet lebend. All ihre Begegnungen und Erlebnisse lassen den Zugwind an- oder abschwellen. Zugwind meint dabei das Gefühl, dass es dauernd kalt ist und zieht, selbst wenn alle Fenster geschlossen sind oder bei heißem Sommerwetter. Ein Gefühl, dass jeder wahrscheinlich schon mal erlebt hat – für das mir der Name allerdings neu war – und das über 3 Jahre natürlich zu einer Belastung werden kann.
Die Autorin Iryna Fingerova ist selbst Ärztin und Schriftstellerin. Es mag also durchaus sein, dass dieser Band autobiographische Züge und ihre eigene Verarbeitung der Geschehnisse der letzten Jahre enthält. Im Grunde spielt das jedoch keine Rolle. Die Sprache ist so wunderbar ironisch, melancholisch und gleichzeitig lebensbejahend, dass es eine Freude ist, den Roman zu lesen! Ich wurde auf charmante Weise daran erinnert, mit Menschen, die meine Sprache nicht so gut sprechen, höflich und hilfsbereit umzugehen, anstatt sie zu verurteilen. Und an viele kleine Dinge mehr, die den Alltag für Zugezogene erleichtern können.
Besonders schön fand ich die Stellen im Buch, in denen durch weitere Personen, etwa Noah oder durch den Kurztrip mit den Freundinnen etwas mehr Handlung und damit Leben „von außen“ sichtbar wurde. An anderen Stellen war die Innenschau und Betrachtung der Welt durch Miras Augen absolut fesselnd, sprachlich wie inhaltlich! Da der Krieg in der Ukraine jedoch weiterhin andauert, bekam ich zum Ende des Buches hin den Eindruck, dass vieles – „sich das Positive bewahren“ – natürlich schon einmal gedacht wurde und weiter gedacht werden muss. Das Ende ist daher mehr ein Innehalten im Berichten. Und eine Hymne an Odessa!
Die Autorin Iryna Fingerova ist selbst Ärztin und Schriftstellerin. Es mag also durchaus sein, dass dieser Band autobiographische Züge und ihre eigene Verarbeitung der Geschehnisse der letzten Jahre enthält. Im Grunde spielt das jedoch keine Rolle. Die Sprache ist so wunderbar ironisch, melancholisch und gleichzeitig lebensbejahend, dass es eine Freude ist, den Roman zu lesen! Ich wurde auf charmante Weise daran erinnert, mit Menschen, die meine Sprache nicht so gut sprechen, höflich und hilfsbereit umzugehen, anstatt sie zu verurteilen. Und an viele kleine Dinge mehr, die den Alltag für Zugezogene erleichtern können.
Besonders schön fand ich die Stellen im Buch, in denen durch weitere Personen, etwa Noah oder durch den Kurztrip mit den Freundinnen etwas mehr Handlung und damit Leben „von außen“ sichtbar wurde. An anderen Stellen war die Innenschau und Betrachtung der Welt durch Miras Augen absolut fesselnd, sprachlich wie inhaltlich! Da der Krieg in der Ukraine jedoch weiterhin andauert, bekam ich zum Ende des Buches hin den Eindruck, dass vieles – „sich das Positive bewahren“ – natürlich schon einmal gedacht wurde und weiter gedacht werden muss. Das Ende ist daher mehr ein Innehalten im Berichten. Und eine Hymne an Odessa!