„Ohne Frieden ist alles nichts“

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abnuncha Avatar

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Alleine die Leseprobe hatte mich sofort, machen wir uns hier in Deutschland eigentlich Gedanken darüber wie es Menschen geht, die vor dem Krieg fliehen, die alles zurücklassen, die vor lauter zwiespältigen Gefühlen am liebsten schreien möchten, die kein Platz mehr haben zu atmen. Ich fand die Bilder, die es im Fernsehen gab als der Krieg begann furchtbar, Menschen die über die Grenze kamen, mit Kindern oder älteren Personen, alles Frauen die und das kann man wohl gar nicht realisieren, die ihre Männer dort lassen mussten damit die in einen Krieg ziehen, den sie selber gar nicht wollen und vor allem vermutlich sieht man sich nie wieder sondern wartet jeden Tag auf eine Nachricht, eine Nachricht die Gewissheit bringt, weil man mit Gewissheit besser umgehen kann als mit Angst die einen auffrisst? Das Buch „Zugwind“ beschreibt einfühlsam und erschrecken wie ein ankommen oder wohl eher ein nicht ankommen von geflüchteten Menschen hier ist. Menschen die dort ihr Leben einfach unterbrechen mussten, es quasi anhalten mussten und hier vor einer Herausforderung stehen, die nicht nur schwer, und verwirrend sondern auch mit der Angst verbunden ist, kann ich irgendwann wieder zurück, wird der Krieg enden, wie wird mein Leben dort dann aussehen. Das Buch begleitet die Protagonistin Mira, Mira ist 28 Jahre und arbeitet als Medizinerin in einer Praxis, doch sie scheint keine Medizinerin zu sein, die Krankheiten heilt, eher kommen die Menschen zu ihr um einen Punkt zu haben ihr Leben einen Moment lang in Sicherheit zu wissen, bei jemandem, der sie versteht, was sich nicht nur auf die Sprache bezieht, sondern die Ängste und Sorgen und das Leben/Überleben in der Ukraine und so kommt es, das sie Seelenpflaster verteilt um Löcher die durch Zugwind entstanden sind etwas Linderung zu verschaffen. Ich glaube in diese Rezension könnte man sich endlos vertiefen, so viele Gedanken bietet dieses Buch, es hat mich beim Lesen tief bewegt und ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Eigentlich möchte man sich bei der Autorin bedanken, bedanken dafür, dass sie dieses Buch geschrieben hat. Liebe Grüße