Vielschichtig und ergreifend
„Zugwind“ ist ein Roman, der viele Themen anpackt, sich dabei aber nicht übernimmt. Der Krieg in der Ukraine, Miras Praxisalltag, die Ansprüche an Mira als Mutter und Ehefrau, ihre Identität als Jüdin – all diese Themen fügt Iryna Fingerova zu einem stimmigen, ergreifenden Ganzen zusammen. Besonders Miras Schuldgefühle als Expat-Ukrainerin und die Belastungen, denen sich ihre ukrainischen Patienten ausgesetzt sehen, werden sehr eindringlich dargestellt. Aber auch Miras andere Patienten, darunter Obdachlose, Drogenabhängige und Menschen mit psychischen Krankheiten, werden mit einem Grad an Empathie beschrieben, an dem es der Gesellschaft oft fehlt.
Insgesamt fand ich die Charaktere und Beziehungen realistisch beschrieben und dank der ausdrucksstarken Schreibweise erscheinen Orte, insbesondere Odessa, sehr lebendig. Miras titelgebendes Dilemma – ihre Zerrissenheit zwischen der Ukraine und Deutschland aber auch ihr Wunsch zeitweise aus dem Alltag ausbrechen zu können – konnte ich gut nachvollziehen.
Stellenweise las sich das Buch für mich ein bisschen sehr wie eine Anreihung von Patientengeschichten, doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Und trotz der Prominenz von Krieg, Krankheit und Tod ist „Zugwind“ kein morbides Buch; im Gegenteil, ich habe es als sehr lebensbejahend empfunden.
Fazit: „Zugwind“ ist ein vielschichtiger, augenöffnender Roman voller Menschlichkeit und Weisheit und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.
Ein Lob an dieser Stelle auch an Anastasiia Starko, deren wundervolle Umschlagabbildung dafür sorgt, dass das Buch auch von außen sehr ansprechend ist.
Insgesamt fand ich die Charaktere und Beziehungen realistisch beschrieben und dank der ausdrucksstarken Schreibweise erscheinen Orte, insbesondere Odessa, sehr lebendig. Miras titelgebendes Dilemma – ihre Zerrissenheit zwischen der Ukraine und Deutschland aber auch ihr Wunsch zeitweise aus dem Alltag ausbrechen zu können – konnte ich gut nachvollziehen.
Stellenweise las sich das Buch für mich ein bisschen sehr wie eine Anreihung von Patientengeschichten, doch das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Und trotz der Prominenz von Krieg, Krankheit und Tod ist „Zugwind“ kein morbides Buch; im Gegenteil, ich habe es als sehr lebensbejahend empfunden.
Fazit: „Zugwind“ ist ein vielschichtiger, augenöffnender Roman voller Menschlichkeit und Weisheit und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.
Ein Lob an dieser Stelle auch an Anastasiia Starko, deren wundervolle Umschlagabbildung dafür sorgt, dass das Buch auch von außen sehr ansprechend ist.