Wie den Zugwind aussperren in Zeiten des Krieges?
Mira Zehmann ist schon länger in Deutschland. In Odesa geboren, lebt sie mittlerweile als Ärztin arbeitend, in glücklicher Ehe und mit gemeinsamer Tochter in der Stadt N. Doch mit der Vollinvasion Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 zieht ein Zugwind bei ihr ein. Sie verriegelt Türen und Fenster. Doch immer ist da dieser Wind, der durch die Löcher in ihr selbst zu pfeifen scheint.
Mühsam versucht sie die Löcher zu füllen, sich in die Arbeit zu stürzen, den Krieg fern von der Tochter zu halten, sich auf alle erdenklichen Arten abzulenken von dem Grauen, das sie jeden Tag über Telegramm aus der Ukraine zugespielt bekommt. Von der Ungewissheit und dem Bangen um Freunde und Familie in Odesa - und auch um die geliebte Stadt selbst.
Doch woher die Kraft aufbringen, um jeden Tag von neuem den Alltag in Deutschland zu bestehen, wenn der Krieg einem alle Kraft raubt?
Eindringlich und gleichsam poetisch findet Iryna Fingerova Worte für das, das so schwer in Worte zu fassen ist: die innere Unruhe, die Schuldgefühle, die Mira Zehmann und auch ihre Patient*innen plagen. Menschen, die mit ihren Traumata zu ihr kommen und doch jeden Tag überlegen, ob sie in die Ukraine zurückkehren sollten. Nicht nur, um ihr Land zu verteidigen, sondern auch, um einfach vor Ort zu sein.
Zugwind ist ein Buch das wahnsinnig eindrücklich das beschreibt, was als Außenstehende so schwierig zu verstehen ist. Warum mitten im Krieg an den Kriegsort zurückkehren? Wie dort das Leben feiern in Zeiten des Krieges? Es deckt sich von der Erklärung mit denen einiger anderer Ukrainer*innen, die ich in letzter Zeit in Podcasts und Talkshows sprechen hören habe. Aber durch die literarische Verarbeitung findet Zugwind noch mal einen ganz anderen Zugang zu dem Thema. Leser*innen können Mira Zehmanns Unruhe, ihre Verzweiflung und Ohnmacht förmlich spüren.
Selten hatte ich das Gefühl den Ukrainer*innen, die nun in Deutschland leben, näher zu sein als nachdem ich dieses tolle Buch zugeklappt habe.
Mühsam versucht sie die Löcher zu füllen, sich in die Arbeit zu stürzen, den Krieg fern von der Tochter zu halten, sich auf alle erdenklichen Arten abzulenken von dem Grauen, das sie jeden Tag über Telegramm aus der Ukraine zugespielt bekommt. Von der Ungewissheit und dem Bangen um Freunde und Familie in Odesa - und auch um die geliebte Stadt selbst.
Doch woher die Kraft aufbringen, um jeden Tag von neuem den Alltag in Deutschland zu bestehen, wenn der Krieg einem alle Kraft raubt?
Eindringlich und gleichsam poetisch findet Iryna Fingerova Worte für das, das so schwer in Worte zu fassen ist: die innere Unruhe, die Schuldgefühle, die Mira Zehmann und auch ihre Patient*innen plagen. Menschen, die mit ihren Traumata zu ihr kommen und doch jeden Tag überlegen, ob sie in die Ukraine zurückkehren sollten. Nicht nur, um ihr Land zu verteidigen, sondern auch, um einfach vor Ort zu sein.
Zugwind ist ein Buch das wahnsinnig eindrücklich das beschreibt, was als Außenstehende so schwierig zu verstehen ist. Warum mitten im Krieg an den Kriegsort zurückkehren? Wie dort das Leben feiern in Zeiten des Krieges? Es deckt sich von der Erklärung mit denen einiger anderer Ukrainer*innen, die ich in letzter Zeit in Podcasts und Talkshows sprechen hören habe. Aber durch die literarische Verarbeitung findet Zugwind noch mal einen ganz anderen Zugang zu dem Thema. Leser*innen können Mira Zehmanns Unruhe, ihre Verzweiflung und Ohnmacht förmlich spüren.
Selten hatte ich das Gefühl den Ukrainer*innen, die nun in Deutschland leben, näher zu sein als nachdem ich dieses tolle Buch zugeklappt habe.