Zerrissenheit

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Das Cover des Romans finde ich sehr interessant und ungewöhnlich, sodass es neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Die Farbgestaltung und die Schriftart finde ich besonders gut gelungen.
"Zugwind" handelt von der Ärztin, Mutter und Ehefrau Mira Zehmann. Sie ist in Odesa geboren, lebt aber mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Deutschland. Als der Krieg in der Ukraine beginnt, nistet sich ein Zugwind bei ihr ein, der sie nicht mehr vollständig verlässt und ihr keine Ruhe lässt.
Ich finde es sehr passend, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch kann man sich als Leser gut in Mira hineinversetzen, auch wenn sie an manchen Stellen noch distanziert bleibt. Ihre Zerrissenheit zwischen dem Alltag in Deutschland und den Schuldgefühlen bezüglich des Krieges - sie ist hier in Sicherheit, während ihre Familie und Freunde dem Krieg ausgesetzt sind - wird sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wirkt an einigen wenigen Stellen jedoch etwas abgehackt.
Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch, das ein sehr wichtiges Thema behandelt.