Zwischen zwei Ländern
Der Roman „Zugwind“ von Sasha Marianna Salzmann erhält von mir 4 von 5 Sternen.
Im Mittelpunkt steht Mira, die mit ihrem Mann Andrij und ihrer Tochter Rosa in Deutschland lebt. Ihre Wurzeln liegen jedoch in Odesa, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist, studiert hat und die für sie untrennbar mit Erinnerungen, Familie und Identität verbunden ist. Als der Krieg in der Ukraine ausbricht, gerät ihr scheinbar stabiles Leben ins Wanken. Plötzlich stehen existenzielle Fragen im Raum:
Darf man Sicherheit genießen, während die eigene Heimat leidet? Wie geht man mit Schuldgefühlen um? Und was bedeutet Verantwortung – gegenüber der Herkunft, den Zurückgebliebenen, aber auch der eigenen Familie?
Besonders eindrücklich schildert der Roman Miras Arbeit in einer Hausarztpraxis, wo sie vielen Geflüchteten begegnet. Ihre Geschichten lassen die Distanz zwischen Deutschland und der Ukraine schrumpfen. Der Krieg bleibt nicht abstrakt, sondern wird persönlich, greifbar und emotional spürbar.
Gleichzeitig zeigt das Buch auch das Alltägliche in Odesa – nicht nur Zerstörung, sondern weiterhin existierendes Leben, Hoffnung, Humor.
Sprachlich ist der Roman feinfühlig und atmosphärisch dicht. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin wird glaubwürdig und ohne Pathos dargestellt. Besonders stark ist, wie das Buch Identität als etwas Dynamisches begreift: zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen, zwei Verantwortungen.
Warum keine fünf Sterne? Manchmal verlieren sich die Gedankengänge etwas in Reflexionen, die den Erzählfluss bremsen. Doch insgesamt überwiegt die emotionale Kraft der Geschichte.
„Zugwind“ ist mehr als eine Geschichte über Krieg – es ist ein Roman über Zugehörigkeit, Loyalität und die Frage, was Heimat wirklich bedeutet. Ein Buch, das Perspektiven öffnet und lange nachhallt.
Im Mittelpunkt steht Mira, die mit ihrem Mann Andrij und ihrer Tochter Rosa in Deutschland lebt. Ihre Wurzeln liegen jedoch in Odesa, der Stadt, in der sie aufgewachsen ist, studiert hat und die für sie untrennbar mit Erinnerungen, Familie und Identität verbunden ist. Als der Krieg in der Ukraine ausbricht, gerät ihr scheinbar stabiles Leben ins Wanken. Plötzlich stehen existenzielle Fragen im Raum:
Darf man Sicherheit genießen, während die eigene Heimat leidet? Wie geht man mit Schuldgefühlen um? Und was bedeutet Verantwortung – gegenüber der Herkunft, den Zurückgebliebenen, aber auch der eigenen Familie?
Besonders eindrücklich schildert der Roman Miras Arbeit in einer Hausarztpraxis, wo sie vielen Geflüchteten begegnet. Ihre Geschichten lassen die Distanz zwischen Deutschland und der Ukraine schrumpfen. Der Krieg bleibt nicht abstrakt, sondern wird persönlich, greifbar und emotional spürbar.
Gleichzeitig zeigt das Buch auch das Alltägliche in Odesa – nicht nur Zerstörung, sondern weiterhin existierendes Leben, Hoffnung, Humor.
Sprachlich ist der Roman feinfühlig und atmosphärisch dicht. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin wird glaubwürdig und ohne Pathos dargestellt. Besonders stark ist, wie das Buch Identität als etwas Dynamisches begreift: zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen, zwei Verantwortungen.
Warum keine fünf Sterne? Manchmal verlieren sich die Gedankengänge etwas in Reflexionen, die den Erzählfluss bremsen. Doch insgesamt überwiegt die emotionale Kraft der Geschichte.
„Zugwind“ ist mehr als eine Geschichte über Krieg – es ist ein Roman über Zugehörigkeit, Loyalität und die Frage, was Heimat wirklich bedeutet. Ein Buch, das Perspektiven öffnet und lange nachhallt.