Unzensiert, nahbar, notwendig

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schnukilein1904 Avatar

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„Zum ersten Mal“ ist wie ein Tagebuch, das nie deiner war, sich aber anfühlt, als hättest du es selbst geschrieben. Schon die ersten Seiten haben mich so gepackt, dass ich lachen, schlucken und an eigenen Momenten hängenbleiben musste. Das Buch ist eine wilde, ehrliche Reise durch das Frausein – roh, direkt, manchmal unbequem, aber immer voller Herz. Kein weichgespülter Ratgeber, sondern eine Einladung, sich zu erinnern, zu hinterfragen und sich selbst wieder ein Stück näher zu kommen.

Die Stimmen von Gesina Demes und Annika Prigge sind laut und klar. Sie erzählen von Blut, Schmerz, Scham, Freundschaft und all dem Chaos dazwischen – ohne Schnörkel, ohne Filter. Mal brutal ehrlich, mal witzig, mal zart. Und gerade deshalb so kraftvoll. Ich bin selbst Coach für Frauen, die ihren Körper lange ignoriert haben – sei es durch Schmerz, Stress oder gesellschaftliche Erwartungen. Deshalb trifft mich dieses Buch mitten ins Herz. Mit künstlicher Hüfte und Morbus Bechterew weiß ich, wie viel Mut es braucht, wieder auf den eigenen Körper zu hören. Und dieses Buch gibt Frauen genau diesen Mut zurück.

Besonders berührt hat mich, wie die Autorinnen mit Tabuthemen umgehen. Die Menstruation wird nicht versteckt, sondern in all ihrer Realität beschrieben – farbig, laut, beschämt, wütend. Es geht nicht um perfekt inszenierte Weiblichkeit, sondern um echte Erfahrungen, echte Körper, echte Gefühle. Ein feministisches Manifest in Geschichtenform.

Dieses Buch ist keine Anleitung. Es ist ein Weckruf. Für alle, die sich erinnern wollen, wie es war – und die nie wieder vergessen wollen, wie wertvoll es ist, eine eigene Stimme zu haben. Pflichtlektüre für FLINTA*, für Freundinnen, für Mütter und Töchter und für alle, die glauben, alles über das Frausein zu wissen.

Ich bin froh, dass ich dieses Buch entdeckt habe. Es bleibt. Es wirkt. Und es tut weh an den richtigen Stellen.