Zwischen Scham, Freundschaft und dem Mut, laut zu sein
Die Leseprobe aus Zum ersten Mal von Gesina Demes und Annika Prigge wirkt von der ersten Szene an sehr nahbar und ehrlich. Schon der Einstieg mit dem kurzen WhatsApp-Dialog zeigt, worum es im Kern geht: um Freundschaft als sicheren Ort. Die kleinen, unspektakulären Gesten — Kaffee kochen, Cola mitbringen, einfach vorbeikommen — vermitteln ein Gefühl von Vertrautheit, das sofort emotional greifbar ist. Dadurch entsteht der Eindruck, dass hier nicht große dramatische Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern die leisen, alltäglichen Momente, die trotzdem prägend sind.
Besonders eindrücklich ist, wie offen und ungeschönt die Autorinnen über körperliche Erfahrungen und Scham schreiben. Die Kapitel über die erste Periode oder das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, sind gleichzeitig sehr konkret und doch universell. Die detailreichen Beschreibungen, etwa die Angst, zu verbluten, die Unsicherheit beim ersten Tampon oder die Gedanken über den eigenen Körper, lassen die Erinnerungen lebendig und authentisch wirken. Dabei wechseln sich humorvolle, selbstironische Passagen mit sehr verletzlichen Momenten ab, was den Text emotional abwechslungsreich macht und verhindert, dass er belehrend wirkt.
Auffällig ist auch der reflektierende Blick aus der Gegenwart: Die erwachsenen Erzählerinnen ordnen ihre jüngeren Gefühle ein und zeigen, wie stark gesellschaftliche Erwartungen und Scham das Aufwachsen geprägt haben. Gleichzeitig entsteht ein roter Faden der Solidarität — zwischen Freundinnen, zwischen jüngeren und älteren Versionen des eigenen Selbst und zwischen Leserinnen, die sich in den Erfahrungen wiederfinden können.
Gerade diese Mischung aus persönlicher Ehrlichkeit, gesellschaftlicher Einordnung und warmem, freundschaftlichem Ton macht neugierig auf den weiteren Verlauf. Man hat das Gefühl, hier noch viele Geschichten zu entdecken, die sowohl vertraut als auch tröstlich sein könnten — und genau deshalb möchte ich weiterlesen, um zu erfahren, welche weiteren „ersten Male“ und Erkenntnisse die Autorinnen noch teilen und wie sich ihr gemeinsames Nachdenken über Scham, Körper und Identität weiter entfaltet.
Besonders eindrücklich ist, wie offen und ungeschönt die Autorinnen über körperliche Erfahrungen und Scham schreiben. Die Kapitel über die erste Periode oder das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, sind gleichzeitig sehr konkret und doch universell. Die detailreichen Beschreibungen, etwa die Angst, zu verbluten, die Unsicherheit beim ersten Tampon oder die Gedanken über den eigenen Körper, lassen die Erinnerungen lebendig und authentisch wirken. Dabei wechseln sich humorvolle, selbstironische Passagen mit sehr verletzlichen Momenten ab, was den Text emotional abwechslungsreich macht und verhindert, dass er belehrend wirkt.
Auffällig ist auch der reflektierende Blick aus der Gegenwart: Die erwachsenen Erzählerinnen ordnen ihre jüngeren Gefühle ein und zeigen, wie stark gesellschaftliche Erwartungen und Scham das Aufwachsen geprägt haben. Gleichzeitig entsteht ein roter Faden der Solidarität — zwischen Freundinnen, zwischen jüngeren und älteren Versionen des eigenen Selbst und zwischen Leserinnen, die sich in den Erfahrungen wiederfinden können.
Gerade diese Mischung aus persönlicher Ehrlichkeit, gesellschaftlicher Einordnung und warmem, freundschaftlichem Ton macht neugierig auf den weiteren Verlauf. Man hat das Gefühl, hier noch viele Geschichten zu entdecken, die sowohl vertraut als auch tröstlich sein könnten — und genau deshalb möchte ich weiterlesen, um zu erfahren, welche weiteren „ersten Male“ und Erkenntnisse die Autorinnen noch teilen und wie sich ihr gemeinsames Nachdenken über Scham, Körper und Identität weiter entfaltet.