Mutig

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Mit „Zum ersten Mal“ legen Gesina Demes und Annika Prigge ein Buch vor, das mutig, ehrlich und wunderbar nahbar ist. Schon nach wenigen Seiten wird klar: Hier schreiben zwei sympathische Autorinnen, die nichts beschönigen – und genau darin liegt die große Stärke dieses Buches.

Demes und Prigge erzählen vom Erwachsenwerden, wie es wirklich ist: chaotisch, lustig, schmerzhaft und manchmal schlicht überfordernd. Sie schreiben über Kurzhaarfrisuren mit Folgen, über Schönheitsideale, die gefährlich werden können, über Liebeskummer, der sich wie das Ende der Welt anfühlt – und über die leisen wie lauten Zweifel, die viele Frauen auf dem Weg in ihre Dreißiger begleiten. Dabei gelingt ihnen eine beeindruckende Balance zwischen Tiefgang und Humor. Man lacht, man nickt zustimmend, und immer wieder fühlt man sich ertappt.

Was dieses Buch besonders macht, ist seine schonungslose Ehrlichkeit. Die Autorinnen geben nicht vor, alles verstanden zu haben oder den perfekten Lebensplan zu kennen. Im Gegenteil: Sie zeigen, dass Unsicherheit kein Makel, sondern Teil des Erwachsenwerdens ist. Diese Offenheit wirkt befreiend und tröstlich zugleich. Es ist ein Buch, das sagt: Du bist nicht allein mit deinen Fragen.

Besonders berührend ist die Rolle der Freund*innen – dieses sichere Netz, das trägt, wenn alles andere ins Wanken gerät. Die Wertschätzung für diese Beziehungen zieht sich wie ein warmer Faden durch das gesamte Buch und erinnert daran, wie essenziell Solidarität und Verbundenheit sind.

„Zum ersten Mal“ ist ein mutiges Buch, weil es Themen anspricht, über die oft nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Und es ist ein starkes Buch, weil es zeigt, dass Verletzlichkeit eine Form von Stärke ist. Gesina Demes und Annika Prigge beweisen, dass persönliche Geschichten politisch sein können – und dass ehrliches Erzählen verbindet.

Ein tiefgründiges, witziges und sehr menschliches Buch, das lange nachhallt. Absolut lesenswert.