Nahbar und Echt!

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ceydaxdo Avatar

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Das Buch „Zum ersten Mal“ von Gesina Demes und Annika Prigge beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden – einem Prozess, der selten geradlinig verläuft. Die Autorinnen erzählen in persönlichen Episoden aus ihrem Leben, von Unsicherheiten, Beziehungen, Schönheitsidealen, Freundschaften und den vielen kleinen und großen Momenten, die das Leben in den Zwanzigern und Dreißigern prägen. Dabei geht es weniger um eine klassische Handlung als um Erfahrungen und Gedanken, die viele Menschen in dieser Lebensphase begleiten.

Besonders positiv fällt mir das Cover und die Gestaltung des Buches auf. Es wirkt sehr ästhetisch und kreativ, und man merkt, dass viel Arbeit und Liebe zum Detail darin steckt. Vor allem Annika Prigges gestalterischer Einfluss ist spürbar. Das Buch ist definitiv ein Hingucker im Bücherregal und macht schon optisch neugierig auf den Inhalt.

Inhaltlich ist die Geschichte nicht besonders aufregend – und das soll sie auch gar nicht sein. Statt dramatischer Wendungen erzählen die Autorinnen von ganz normalen Lebenssituationen. Gerade dadurch wirkt das Buch sehr authentisch und nahbar. Viele Leser*innen können sich vermutlich in den beschriebenen Erfahrungen wiederfinden: Unsicherheiten über das eigene Leben, Liebeskummer, Selbstzweifel oder auch die Bedeutung von Freundschaften, die einen durch schwierige Zeiten tragen. Diese Alltäglichkeit macht das Buch sympathisch.

Der Schreibstil ist einfach und leicht zu folgen. Die Texte lesen sich angenehm und locker, sodass man schnell durch die Kapitel kommt. Gleichzeitig bleiben die Geschichten verständlich und zugänglich, ohne kompliziert oder überladen zu wirken.

Für mich persönlich ist das Buch interessant, weil ich selbst eine junge Frau bin und es schön finde, wenn jungen kreativen Frauen eine Stimme gegeben wird. Solche Perspektiven können inspirierend sein und zeigen, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen.

Trotzdem vergebe ich 3 von 5 Sternen, weil die Geschichten zwar solide und angenehm zu lesen sind, aber vermutlich nicht lange im Kopf bleiben werden. Insgesamt ist „Zum ersten Mal“ jedoch ein gutes Buch für zwischendurch – eine ehrliche, reale Erzählung über das Erwachsenwerden, die ich Leser*innen empfehlen würde, die authentische und persönliche Geschichten mögen.