Eine verträumte, fantasievolle Geschichte, die mit sanfter Romantik bezaubert

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hapedah Avatar

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Seit mehr als einhundert Jahren lebt Jean bereits in einem Bild seines berühmten Vaters Henri Matisse. Tagsüber, wenn das Gemälde von den vielen Museumsbesuchern betrachtet wird, sitzt er unbeweglich in seinem Sessel, doch nachts können sich die gemalten Figuren durch sämtliche Bilder der Ausstellung bewegen. Während seine Geschwister beinahe jede Nacht unterwegs sind, bleibt der introvertierte Jean häufig in seiner angestammten Umgebung allein, erst als die Reinigungskraft Claire beginnt, während ihrer Arbeit mit ihm zu sprechen, erwacht in ihm die Sehnsucht nach Gesellschaft. Zufällig entdecken sie, dass Claire in Jeans Bild hinein klettern kann und sie erleben gemeinsam, welche Abenteuer in den verschiedenen Gemälden auf sie warten. Dabei vertiefen sich ihre Gefühle füreinander immer mehr, doch kann ihre Liebe der Realität stand halten?

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager ist eine Geschichte, die sich entspannt und unaufgeregt vor dem Auge des Lesers ausbreitet, weshalb es ein wenig gedauert hat, ehe ich emotional in die Handlung eintauchen konnte. Die Protagonisten fühlten sich für mich anfangs wenig greifbar an, auch ihnen bin ich nur ganz gemächlich näher gekommen. Da Claire nicht nur Jean gegenüber, sondern auch den Lesern lange Zeit kaum etwas über ihr Leben außerhalb des Museums preis gibt, hatte ich den Eindruck, immer nur einen kleinen Teil ihrer Persönlichkeit zu sehen. Später ist sie mir dafür umso mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr und Jean auf jeder einzelnen Seite gehofft und gebangt.

Der ruhige Schreibstil hat sich für mich erst einmal ungewohnt angefühlt, doch je weiter ich gelesen habe, umso mehr hat der Roman mich gefesselt, die romantische Entwicklung zwischen Jean und Claire habe ich begeistert begleitet. Diese verträumt daher kommende Geschichte besitzt ihren ganz eigenen Zauber, wer bereit ist, sich auf das gemächliche Erzähltempo einzulassen, wird mit einem wunderbar fantasievollen Lesevergnügen belohnt, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Die fantasievolle Geschichte lädt ihre Leser zum träumen ein, die sanfte Romanze hat mich nach und nach in ihren Bann gezogen und immer mehr begeistert. Für diesen außergewöhnlichen Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.