Sehr toll

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shakira_3157 Avatar

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Das Buch überzeugt durch ein stimmiges Gesamtkonzept. Die Wahl der Schriftart Sabon und die hochwertige Aufmachung des Hoffmann und Campe Verlags verleihen dem Roman einen edlen, literarischen Rahmen, der perfekt zum Thema Kunst passt.
Morgan Pager wählt einen faszinierenden Ansatz: Die Geschichte wird aus zwei Welten erzählt, die sich in einem Museum überschneiden. Auf der einen Seite steht Claire, die als neue Reinigungskraft eine magische Verbindung zu den Exponaten spürt. Auf der anderen Seite erleben wir die Perspektive von Jean – einer Figur in einem Gemälde von Henri Matisse, die seit über 100 Jahren die Besucher beobachtet. Diese Idee, die Grenze zwischen Betrachter und Kunstwerk aufzuheben, ist meisterhaft und atmosphärisch dicht umgesetzt.
Der Stil ist ruhig, elegant und voller kluger Beobachtungen über das Wesen der Kunst. Besonders authentisch wirkt der Kontrast zwischen der pragmatischen Linda, die im Museum nur einen Job sieht, und der sensiblen Claire. Jeans Beobachtungen verleihen der Geschichte eine philosophische Tiefe, die weit über einen herkömmlichen Roman hinausgeht.
Zwei in einem Bild ist eine poetische Liebeserklärung an die Macht der Phantasie. Ein Muss für alle, die Museen lieben und sich gerne von leisen, tiefgründigen Geschichten verzaubern lassen.
Ein tiefgründiges Leseerlebnis, das dazu einlädt, die Welt der Kunst mit völlig neuen Augen zu sehen.