Solide, aber mit einigen Tücken

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
mei.ke Avatar

Von

Bei diesem Roman handelt es sich um das Erstlingswerk von Morgan Pager, einer bekannten Content Creatorin und Gründerin von nycbookgirl.

Das Cover ist sehr passend: ein verliebtes Pärchen, das sich vor - im wahrsten Sinne- malerischer Kulisse in den Armen liegt; eingefasst in einen antiken Bilderrahmen.
Denn darum geht es in diesem Buch: Um Claire, Anfang 20, die eine Stelle als Putzkraft in einem Museum anfängt und dort Jean begegnet. Doch Jean ist kein Kollege oder Museumsbesucher, nein. Er ist Teil des Museum. Er ist ein Kunstwerk; gezeichnet vor über 100 Jahren und für immer in einem Bild verewigt.

Ich möchte über die Story nicht zu viel verraten, daher hier nun meine Meinung zu diesem Rezensionsexemplar: es war okay. Nicht bahnbrechend und auch kein Buch das mich die Nächte durchlesen ließ - aber solide.

Bei der Geschichte handelt es sich, laut Autorin, um eine Lovestory.
Und ja, diese war ganz klar gegeben! Jedoch baut sich eine gute Liebesgeschichte peu à peu auf, zumindest wenn es nach mir geht ;-).
In diesem Fall waren beide Personen bereits (gefühlt) auf Seite 2 unsterblich ineinander verliebt. Zu dem Zeitpunkt hatte sich vor meinem geistigen Augen noch gar kein klares Bild von den Hauptpersonen entwickelt; das ging mir irgendwie zu schnell.

Die Charaktere waren mitunter schwierig zu greifen; manche ihrer Reaktionen waren für mich schwer nachvollziehbar oder wurden zu wenig erläutert. Putzkollegin Linda war in einem Moment eine kumpelhafte Mentorin und im nächsten ein distanzierter Griesgram. Auch traten manchmal Charaktere in Erscheinung, die wichtig erschienen und dann doch nur Nebenrollen darstellten.
Manche Situation wurde auch nicht aufgelöst oder wirkten unlogisch; das hat mich mitunter etwas frustriert.
Um ein Beispiel zu geben: Die Menschen und Tiere in den Kunstwerken waren lebendig, sie konnten von Bild zu Bild wandern und dort mit anderen "Gemälden" interagieren - jedoch immer in ihrer gezeichneten Gestalt und körperlich nicht alternd. Geistig jedoch schon. Was war mit Babys? Gemalten Babys? Krabbelten diese für immer in ihrer Kleinkindgestalt durch die gezeichnete Welt - während ihr Geist bereits 100 Jahre zählte? Wie schrecklich?!
Versteht mich nicht falsch, ich liebe Fantasy und Bücher mit magischen Komponenten. Aber ich bin leider kein Fan von zu vielen Fragezeichen am Ende eines Buches. Ich brauche Antworten *haha* !

Grundsätzlich fand ich die Idee der Geschichte definitiv spannend. Die Möglichkeit mit der Kunst zu verschmelzen und eine Beziehung zu ihr aufzubauen - das war mal was Neues. Dass diese Kritik nun aber schon deutlich länger ausfällt, als angedacht, zeigt jedoch auch, dass es für meinen Geschmack noch Luft nach oben gibt.