tolle Ansätze

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bobbember Avatar

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„Zwei in einem Bild“ ist eine originelle Idee mit viel Fantasie – konnte mich insgesamt aber leider nicht ganz überzeugen. Deshalb vergebe ich solide 3 Sterne.

Die Geschichte dreht sich um Jean, der gewissermaßen in einem Gemälde seines berühmten Vaters Henri Matisse lebt und von dort aus das Geschehen im Museum beobachtet. Eines Tages wird er auf Claire aufmerksam, eine neue Mitarbeiterin, die sich ihrerseits zunehmend beobachtet fühlt. Als sie schließlich einen Weg findet, selbst Teil des Bildes zu werden, beginnt für beide eine außergewöhnliche Reise durch verschiedene Kunstwerke – voller Farben, Fantasie und fast grenzenloser Möglichkeiten.

Die Grundidee fand ich wirklich spannend: diese Verbindung von Kunst und Realität, das „Eintauchen“ in Gemälde und die Vorstellung, sich frei zwischen ihnen bewegen zu können, hat viel Potenzial. Auch die bildhafte Sprache und die kreativen Schauplätze – von rauschenden Festen bis hin zu wilden Landschaften – sind stellenweise sehr gelungen.

Allerdings hat mich die Geschichte emotional nicht so richtig gepackt. Trotz der schönen Einfälle blieb die Handlung für mich oft etwas distanziert, und die Figuren wirkten nicht immer greifbar genug, um wirklich mit ihnen mitzufiebern. Gerade die Beziehung zwischen Jean und Claire hätte für meinen Geschmack noch mehr Tiefe vertragen können.

Auch das Tempo war stellenweise etwas ungleichmäßig: Manche Passagen ziehen sich, während andere Ideen nur kurz angerissen werden, obwohl sie eigentlich sehr spannend sind.

Insgesamt ist „Zwei in einem Bild“ ein kreativer, märchenhafter Roman mit tollen Ansätzen und einer besonderen Atmosphäre – aber leider fehlte mir die emotionale Bindung, um wirklich komplett darin aufzugehen.