Winterfeeling und Entwicklungsimpulse

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
irismaria Avatar

Von

Eine winterliche Geschichte, die mich nicht nur durch ihre Atmosphäre, sondern vor allem durch ihre inhaltliche Tiefe überzeugt hat. Beim Lesen musste ich immer wieder an „Achtsam morden“ denken: Auch hier gelingt es der Autorin, eine unterhaltsame Geschichte mit klugen Gedanken und Impulsen zur persönlichen Weiterentwicklung zu verbinden.
Im Mittelpunkt steht Anne, die nach der Trennung von ihrem Mann und angesichts der neuen Lebenssituation erst einmal Abstand braucht. Ihre Auszeit in einer verschneiten Hütte im Schwarzwald während der zwölf Rauhnächte wird zu einer Reise zu sich selbst. Zwischen Ritualen, Wunschzetteln, Waldspaziergängen und neuen Begegnungen beginnt sie, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen und sich selbst wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
Besonders gut gefallen haben mir die vielen Impulse zur Selbstreflexion. Es geht um eingefahrene Verhaltensmuster, das eigene Harmoniebedürfnis, die Rolle als Mutter und die Frage, was man eigentlich selbst vom Leben möchte. Dabei merkt man deutlich den psychologischen Hintergrund der Autorin. Die Gedanken und Anregungen wirken fundiert und regen dazu an, auch das eigene Verhalten und die eigenen Lebensentscheidungen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Rauhnächte mit ihren Ritualen und ihrer besonderen Stimmung bilden dafür einen wunderbaren Rahmen. Gleichzeitig ist die Geschichte unterhaltsam erzählt und bringt mit Jonas auch eine schöne zwischenmenschliche Komponente mit.
Für mich ist „Zwölf magische Nächte“ deshalb weit mehr als eine nette Wintergeschichte mit ein bisschen Rauhnachtszauber. Es ist eine gelungene Mischung aus Roman, Lebenshilfe und Persönlichkeitsentwicklung, die zum Nachdenken anregt, ohne dabei den Unterhaltungswert zu verlieren. Ein Buch, das man gerade in der Zeit zwischen den Jahren wunderbar lesen kann – und aus dem man durchaus den einen oder anderen Gedanken mit in den Alltag nimmt.