Nahadriel
Persönliche Daten
Meine Leseeindrücke
Schlaglichter in Graustufen
5
Mit "Requiem" kreiert der Autor einen Roman - soweit nach Leseprobe abschätzbar, natürlich - in schwarzweiß. Eine Komposition, deren Wortgewalt, deren Stimmung wie ein rauer Whiskey ist, schluckweise getrunken in der offenen Terrassentür des Kaminzimmers mit Blick auf den nächtlichen Novemberregen. In fiebriger Erregung folgt man seinen Worten, die immer wieder mit wenigen Pinselstrichen ein Abbild sozialer Strukturen skizzieren, in knapper, dunkler, präziser Sprachfarbe andeuten, daß mehr sein könnte. Indes, und das ist eine Kunst, ohne pathetische Sehnsucht, mehr eine Feststellung. Und so offeriert sich folgerichtig auch die Handlung der ersten Seiten: Zwar könnte alles miteinander verbunden sein, es könnte aber auch genausogut - exemplifizierbar an der Gestalt des Verdächtigen McGladdery - einfach nur das sein, was man sieht. So wird z.B. nie erklärt, was mit der Leiche passiert ist bzw. was man dem Opfer angetan hat; dem Autor reicht der Verweis auf die Grausamkeit. Hier wie an anderen Stellen überläßt er bei aller sprachlichen Raffinesse jedem Leser eine Interpretation der Ausschmückung. Überhaupt ist es die Sprache, die einen sofort in den Bann zieht: Kaum merklich wird subtil eine ruhige, melancholische Stimmung skizziert, in die der Leser sanft eingesponnen wird. Solcherart im Sinne des Autors platziert entrollt sich der Anfang der Geschichte dann vor diesem. Der Klappentext deutet auf ein Thema nicht aufgearbeiteter Vergangenheit hin; etwas, das ich, um ehrlich zu sein, immer ein wenig schwierig findet. Hier allerdings bin ich positiv überrascht worden. Es geht eben nicht um Pathos. Eoin McNamee schafft es im Gegenteil mit verbaler Leichthändigkeit auf der Folie von Polizeiarbeit eine authentisch scheinende bzw. glaubwürdige Darstellung der Zeit und des Denkens der Zeit, der frühen Sechziger in Irland, zu kreieren. Vielleicht ein Roman für die, die in der Welt fremd sind, für die latent Fremden, im Dunkeln Verbleibenden? Ich jedenfalls finde hier wird ein schwarz-weiß-Filter über die Welt gelegt, welche trotz dieser Distanz erstaunlich klar bleibt; Stimmung, Sprache und auch der begonnene Inhalt haben mich absolut fasziniert in ihren Bann geschlagen. weiterlesen
Made my day
5
Selten habe ich eine Leseprobe so verschlungen. Das liegt an Pia, deren verquere Gedankengänge immer wieder Schlenker machen, was so wunderbar lebendig und 'frei von der Leber weg' erzählt wirkt. Mitreißend eben. Die Story ist - zumindest für den Anfang - schnell konstruiert: Chaotin mit Tendenz zum Tollpatsch schlittert in katastrophale Lebenssituation - Bewerbungsgespräch wegen Unfall mit Personenschaden verpaßt, Job weg (zwei von dreien zumindest), Schadenszahlung droht sich mit den bereits vorhandenen Schulden und möglichen rechtlichen Folgen des Unfalls zu einem großen Damoklesschwert zu vereinigen. Spannend ist es, wie Hilde eingreifen wird bzw. wie sich die Probleme humoristisch lösen lassen. Augenfällig sind das Alter und der fast erwachsene Sohn der Protagonistin, bleibt diese in Chaos-Romanen doch oft in den späten Zwanzigern/frühen Dreißigern; jedoch fällt der 'Altersunterschied' auf den ersten Seiten gar nicht auf, muß also kein Nachteil sein (werden so doch junge Leserinnen, die das gefühlte Alter teilen, wie auch ältere, die das angegebene Alter haben, angesprochen). Die Autorin schafft es mit ihrem schnellen, lebendigen Stil den Leser mitzureißen - wie in einem amüsanten Strudel - und sowohl zum Schmunzeln zu bringen als auch zu fesseln. Wie eine Freundin, die bei einem Kaffee von einem Wochenende oder Urlaub voll der ungeplanten Ereignissen und kleineren Dramen erzählt, und der man gerne zuhört. Tatsächlich ist nicht viel passiert auf diesen ersten Seiten, dennoch wirkt es durch den Sprachstil wie ein großer Tumult, dessen Fortgang neugierig macht. Ich persönlich würde sehr gerne wissen, wie Hilde Pia beisteht und welche Abenteuer beide erleben - denn daß es welche geben wird, daran zweifle ich nicht. Bei all dem Leben und der Energie, die sich hier schon anbahnen. weiterlesen
Heading for Darkplace
5
Gillian Flynn hat allem Anschein nach einen packenden Thriller geschaffen, womöglich mit Andeutungen eines Dramas. Die Protagonistin verlor als Kind ihre Familie - warum der Bruder alle anderen Familienangehörigen tötete und sie, obwohl sie anwesend war, überleben ließ, ist nur eine der Fragen, die sich nach der Leseprobe aufdrängen. Die damit verbundenen Erinnerungen, die Depression, aber auch die finanziellen Vorteile dieser persönlichen Katastrophe werden mit lebendigen, schonungslosen, durchaus auch düsteren Bildern dargestellt, packend erzählt und glaubhaft dargestellt. Die Zeichnung der Charaktere - ausführlicher bei Libby Day, zaghafter bei den Randfiguren ihres Lebens - gelingt der Autorin scheinbar mühelos, trotz der gestellten Schwierigkeiten. Der Eindruck dieser ersten Seiten ist ein durchweg fesselnder. Die Frage, ob man Libby Day in ihren Darkplace folgen mag, stellt sich nicht so sehr, da man eigentlich keine Wahl hat, so spannend ist es. Besonders gelungen finde ich, daß sich noch nicht absehen läßt, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird. weiterlesen
humorvolle Klischeereise
4
Die Leseprobe hat mich zum Schmunzeln gebracht - was immer ein ganz gutes Anzeichen für neugierig machende Bücher ist. Der Autor klappert eigentlich nur gängige Klischees ab - die unfreundliche Bahnbeamtin, das schlechte Deutsch des zugewanderten Italieners, die Ghettogang vor dem brennenden Mülleimer - , tut dies aber mit einem leicht zugänglichen Humor und erreicht zudem eine gewisse Identifikation beim Leser, was diesen unaufwendig "bei der Stange hält". Es ist ein leiser Humor, der von der Situation lebt, ohne auf Übertreibungen zurückgreifen zu müssen, der uns vor Situationen stellt, die in ihrer Art absolut realistisch sind und grade deshalb wirken. Der Sprachstil ist mit, wie gesagt, leicht zugänglich und mit Sicherheit auch auf Dauer gut nebenbei zu lesen. Ehrlich gesagt fällt mir nicht viel ein, was ich zu dieser Leseprobe sagen könnte, da sie eben nicht aufwendig oder vielschichtig war; was beileibe nicht negativ gemeint ist. Der Text liest sich wirklich unterhaltsam und ich werde sicher einen zweiten Blick riskieren, aber ich denke, man sollte sich klar sein, daß es wohl keine tiefschürfende Philosophie oder mehrdeutige Verwicklungen geben wird. Es gilt, was für eine der frühen Komödien mit Hape Kerkeling gelten mag: nett und unterhaltsam und leichte Kost - und als solche auch absolut empfehlenswert. weiterlesen
Angefixt
4
Nachdem ich mich mein Lebtag erfolgreich um die Nibelungensage gedrückt habe - zuviel Gesang (in der Opernfassung, versteht sich), zuviele Charaktere, die in verworrenen Beziehungen zueinander stehen (in den Zusammenfassungen, die man sich der lieben Allgemeinbildung zuliebe durchzulesen versucht) - hat diese Leseprobe mich unerwartet in ihren Bann gezogen. Es stellt sich natürlich die Frage, ob man den Aufbau der Handlung und die Gestaltung der Akteure Eva Maaser anrechnen sollte; denn um zuverlässig zu beurteilen, wieviel von dem hier Vorgestellten Vorlage und wieviel ihre Interpretation ist. Allerdings läßt sich der Stil und das 'handwerkliche' Geschick der Autorin beurteilen. Und beides finde ich gelungen: Der Sprachstil ist flüssig und entsprechend sehr gut lesbar. Die Autorin schafft es, einen eigentlich längst bekannten Stoff neu, lebendig und spannend aufzurollen, was eine enorme Leistung ist. Sehr gut gefällen mir lateinische Titelbezeichnungen, altdeutsche Namen und historische Genauigkeiten bei Kleidung und Sitten. Eva Maaser ist mit "Der Fehde der Königinnen" scheinbar eine lebendige Synthese von - offenkundig ordentlich recherchiertem - historischem Roman und klassischem Stoff gelungen. Mich hat sie damit auf jeden Fall neugierig auf diese große klassische Geschichte gemacht, die ich in dieser Fassung sicherlich - zum ersten Mal - lesen werden. weiterlesen
Meine Rezensionen
Zwiespalt
2
Es ist nicht ganz einfach, einen Eindruck zu diesem Buch abzugeben. Die grundsätzliche Geschichte - die Retrospektive auf und Verarbeitung der traumatischen Ermordung von Libby Days Familie - , die zweigeteilte Struktur - die gegenwärtige Lage Libbys auf der einen und die damaligen Ereignisse aus Sicht Bens oder Pattys andererseits - und auch die Entwicklung der Protagonistin von dem antriebslosen, allenfalls monetär motivierten Katastrophenkind zur selbständigen Erwachsenen mit dem Mut sich auch eigenen Irrtümern zu stellen bieten alle schon für sich genommen das Versprechen auf ein gutes Buch. Allerdings schafft Flynn es nicht, daraus ein wirklich gelungenes Potpourri zu erschaffen. Zu oft wiederholt sich die Sentenz "Er hatte meine Familie getötet" - allein die Streichung dieses Satzes hätte gefühlte 50 Seiten Umfang eingespart. Obwohl es sicher nur die Beharrung der traumatisierten Libby an der einzigen Gewissheit ihres Lebens betonen sollte, wirkt es irgendwann nur noch mechanisch. Jedoch liegt es sicher nicht nur daran, daß die Geschichte nicht in Schwung kommt. Die tatsächliche Entwicklung von Geschichte und Protagonistin entbehrt leider der Spannung und plätschert seicht dahin. Der Schreibstil Flynns liest sich recht leicht und zugänglich. Die Chronologie wird trotz des geteilten Erzählstranges konsequent durchgehalten, was sicher auch nicht jedem Autor gelingt. Insgesamt ist es wohl entscheidend, mit welcher Erwartung man an das Buch herantritt. Klappentext und Cover haben mich persönlich an einen spannenden Thriller denken lassen, gefunden habe ich allerdings ein dagegen vage empfundenes Drama; ich bin sicher, wenn man anderes erwartet, ist der Eindruck am Ende auch ein anderer. So jedoch bleibt "Finstere Orte" mir trotz guter Anlagen als seicht und belanglos in schwierig zu fassender Erinnerung. weiterlesen
Unentrinnbar - ein Wolf, dem man nicht entkommen kann
5
"Darling Jim" ist das erste Buch seit langem, daß ich innerhalb weniger Stunden gelesen habe, weil ich es nicht weglegen konnte. Moerk ist damit ein athmosphärisch sehr dichter Krimi gelungen. Obwohl Jim selbst nie in seiner Gedankenwelt, sondern immer nur in der Außensicht durch die Augen Dritter gezeigt wird, ist er dem Leser so nahe als ob diesen das Geschehen unmittelbar beträfe, so intensiv schreibt Moerk. Im Endeffekt ist es eine nüchterne Darstellung traumatischer Erlebnisse, die für sich genommen den größten Teil der Geschichte über nicht schlimm wären, aber in der Häufung, dem Erleben durch die Akteure und die Darstellung durch den Autor zum faszinierenden Kaleidoskop von Stimmungen und Emotionen werden. Hier wird tödliche Aggression zweifach dargestellt: als nachvollziehbare Motivik, fast schon rational, und im Gegensatz dazu als spielerische Leichtigkeit zur bloßen Unterhaltung eines Psychopathen; ist der Grund der Frauen eine Art Rache, der wütende Schutz der jeweils anderen, ist Jims Begründung wohl noch am ehesten "weil er es kann". Die Protagonisten sind normale Menschen ohne jeglichen Besonderheiten. Einzig das Charisma des Geschichtenerzählers mag als fast schon mysthische Kraft durchgehen, bleibt aber durchweg im realistischen Bereich, was sicherlich auch die Güte des Romans ausmacht: das alles hätte exakt so geschehen können. Die Schwestern sind zwar von unterschiedlichem Wesen, bilden aber eine unverbrüchliche Einheit; dennoch gelingt es Moerk sie nicht in unglaubwürdige Harmonie zueinander und zu ihrem Umfeld zu setzen, sondern gibt auch ihnen Konflikte ein, die mehr als menschlich sind. Die Geschichte wird kunstvoll geschachtelt erzählt. Begonnen wird der Reigen durch den Postboten Desmond in der Idylle eines irischen Dorfes, was schnell zerschlagen wird. Die eigentliche Geschichte wird durch die Tagebücher der Mädchen erzählt, was in einen Rahmen gepackt wird. Untypischerweise bildet sich hier kein doppelter Entwicklungsroman heraus, ws sehr angenehm ist. Insgesamt ist "Darling Jim" ein äußerst gelungener Psychopath, der den Leser über die Entfernung der Illusion hinweg in seinen Bann schlägt. weiterlesen
düster-heiteres Jugendbuch
1
"Kalix" läßt sich gut lesen als triviale Unterhaltung, insgesamt seicht trotz der durchaus vorkommenden Spannungsbögen. Millar schafft damit eine Geschichte, die weit weniger erwachsene Leser anspricht als es seine sonstigen Bücher tun; liest man es als Jugendlicher bzw. mit dem Anspruch eines Jugendbuches, ist es durchaus gelungen. Das unvollständige Happy End - für den Moment leben die meisten noch, geklärte Beziehungen oder glückliche Fügungen gibt es so aber eigentlich nicht - paßt da sehr gut hinein und stellt einen Cliffhanger für einen möglichen zweiten Band dar. Die Idee der Geschichte, eines Werwolf-Clans, dessen Konflikte in die 'menschliche' Welt hineinspielen, und dort unerwartet Magie hineinbringen, bleibt so gut, wie es die Leseprobe versprach. Der Autor kreiert aus den Begegnungen der sehr unterschiedlich ausgestalteten Charaktere immer wieder neue Spannungsmomente, die aufeinanderfolgend den Leser bei der Stange halten. Zwar ist der Hauptstrang der Erzählung durchgängig und konstant, jedoch werden Nebenschauplätze zusammenhanglos danebengestellt - so ist z.B. die Affäre Moonglows mit Marcus vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Für mich sind die Charaktere immer ein wichtiges Argument für ein Buch. Leider schwankt Millar sehr zwischen der authentischen Inkonsequenz von Jugendlichen und - dies allerdings häufiger - nicht nachvollziehbarer Un-Logik. Schlussendlich bleiben die durchaus ambivalent angelegten Akteure trotz dieses Potential seltsam flach und zweidimensional. Einzig Malveria ist liebevoll und differenziert ausgestaltet; es scheint fast als ob Millar an ihr den meisten Spaß gehabt hätte. Trotz meiner Vorfreude ob der Leseprobe muß ich im Nachhinein feststellen, daß mich das Buch eher enttäuscht hat, da ich etwas anderes erwartet hatte. Ich hatte mich auf Fantasy abseits des genretypischen in schneller Erzählweise gefreut, mich dann aber oftmals gelangweilt, mich zum Teil wenige Seiten später nicht einmal mehr an die Handlung erinnern können, egal wie unterhaltsam die Sentenz beim Lesen selbst vielleicht gewesen sein mag. Die numinose Ambivalenz der Charaktere, die sich in der Leseprobe andeutete, stellte sich im späteren Verlauf als undurchdachte Charaktergestaltung heraus. Einzig die Momente mit Thrix und Malveria sind hängen geblieben, vielleicht einfach nur, weil es die erwachsensten waren. weiterlesen
Durchwachsenes Ledermodell
2
Die ersten beiden Geschichte, die als Leseprobe zur Verfügung standen, haben mich auf das Buch sehr neugierig werden lassen und ich hab mich im Vorfeld wirklich sehr über die Gelegenheit gefreut, es in seiner Gänze lesen zu können. Allerdings hatte ich fast den Eindruck, daß die ersten beiden Kapitel die Bewerbung für das französische Villen-Kunstförderprojekt war und der Autor nach der Annahme schon nahezu schludrig gearbeitet hat. Zwar bemerkte man stets die bemühte Leichtigkeit, aber eben auch nur, weil sie so sehr bemüht wirkte. Charmant waren eigentlich nur die Kapitel über das Mädchen, den Exliebhaber und die alte Frau. Durch den Rest mußte ich mich oft durchzwingen, weil die Qualität beständig abnahm. Grundsätzlich schön, fand ich das "Lösungsangebot" am Ende, die Geschichte des Engels der Einsamkeit - wobei allerdings der gekünstelte Einschub als Hinweis auf möglichen Irrealismus dieser Ursache meines Erachtens unnötig war, da es ja schließlich in jeder Geschichte um eine anderen Weg des Schuhs auf das Dach ging und so alles wahr und erfunden sein könnte; zusammen mit dem kleinen Mädchen des ersten Kapitels wäre es aber ein schöner Rahmen gewesen (wäre bloß dieses krampfhafte, dieses unnötige Bemühen um Leichtigkeit, Nonchalance, Offenheit nicht noch gewesen). Die Idee dieses Buchprojekts war auf jeden Fall interessant und spannend, jedoch wird nie klar, ob es sich - wie im Klappentext angekündigt - tatsächlich um Betrachtungen eines Schuhs handelt oder viele kleine Geschichten in der bemüht ein Schuh untergebracht wurde (als Beispiel dafür sei hier der Weg des Fernsehmoderators in das Eremitentum genannt, insbesonders hier hatte ich den Eindruck, daß der Schuh im Nachhinein noch rasch in einem Nebensatz eingebaut wurde). Stilistisch find ich es angenehm - so verweise ich an dieser Stelle auf die Verschachtelung der Geschichten, die Querverweise untereinander und vielleicht auch auf die bisweilen angedeutete ironische Selbstsicht als Autor eines solchen Buches. Delacroix kann sprachlich durchaus einiges leisten, allerdings glaube ich, daß er sich mit diesem Projekt übernommen hat bzw. es sich anders entwickelt hat als es geplant war. Ich habe beileibe nichts gegen Bücher, die die Phantasie anregen, aber wenn mich der Autor und sein Werk mit dem Gefühl zurücklassen, ich müßte mir die ganze Geschichte selbst denken, hat sich das Lesen für mich überhaupt nicht mehr gelohnt. weiterlesen
Vorfreude
4
Die hier erzählte Geschichte verbindet mehrere Handlungsstränge, die zwar parallel laufen, denen man aber gut folgen kann, bis sie sich schließlich für jeweils kurze Zeit vereinen und dann - wiederum gut nachvollziehbar - in neuer Konstellation auseinander gehen. Die Handlung ist logisch und konsequent. Der Autor zeichnet eine Gesellschaft, die durchaus Parallelen zu heute diskutierten Problemen thematisiert. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet; da nicht alles über sie verraten wird bzw. neues sukzessive preisgegeben wird, mag es schlecht ausgearbeitet wirken. Allerdings empfinde ich grade dies als angenehme Abwechslung zu oft überzeichneten Charakteren anderer Bücher und gleichsam als Teaser für das Weiterlesen. Aus der Hand legen konnte ich das Buch nur sehr schwer und war entsprechend "enttäuscht" als es an einer spannenden Stelle zu Ende war; ich für meinen Teil warte gespannt auf den zweiten Band und empfehle bis dahin die Lektüre des ersten für Fans der Fiktion in einer stimmigen Welt mit einer realistisch empfindbaren Geschichte. weiterlesen
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