72 Stunden, die alles verändern

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lotta82 Avatar

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In „72 Stunden mit dir“ begleitet man Sydney, die eine ungewöhnliche Gabe besitzt: Sie sieht rosa Uhren über den Köpfen von Menschen, die wie ein Countdown ablaufen, wenn deren Tod bevorsteht. Sydney weiß, dass sie diese „Angezählten“ nicht retten kann. Ihr Ziel ist es vielmehr, die Stunde Null nicht mitzuerleben.

Als sie Peter begegnet, verschiebt sich ihr Blick auf die Welt. Zu Beginn tat ich mich mit Sydney schwer. Ihre Art ist anstrengend, impulsiv und oft schwer zugänglich. Doch Peter hält sie nicht auf Abstand. Er begegnet ihr offen, geduldig und mit einer Wärme, die Sydney verändert. Genau diese Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Als schließlich auch über Peters Kopf die 72 Stunden beginnen, bekommt die Beziehung eine neue Tiefe und Dringlichkeit.

Das Schul‑Setting empfand ich stellenweise als anstrengend, ebenso die relativ häufige Verwendung von Markennamen, die für mich immer stark nach Zeitgeist wirken. Auch der Einsatz von Pronomen wie they stieß mir anfangs etwas auf, war aber so selten, dass es mich nicht dauerhaft gestört hat. Zwiespältig war ich bei der Darstellung der Mitschüler und ihres Umgangs mit Trauer: Manche Reaktionen wirkten überzeichnet, doch vielleicht entspricht das tatsächlich dem heutigen Verhalten Jugendlicher.

Sehr gelungen fand ich hingegen die leise, vorsichtige Annäherung zwischen Sydney und Peter. Das gemeinsame Erleben kleiner Momente, das behutsame Kennenlernen und Peters warmherzige Art im Umgang mit Menschen haben mich berührt. Auch wenn man darüber streiten kann, wie authentisch manche Verhaltensweisen sind, funktioniert die emotionale Dynamik zwischen den beiden sehr gut.

Fazit: Auch wenn ich mit Ü30 sicher nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, fühlte ich mich gut unterhalten – und ja, ein paar Tränen sind auch bei mir geflossen. Die Idee, die Atmosphäre und vor allem die leise Annäherung zwischen Sydney und Peter haben mich berührt.

Für mich sind es 4,5 Sterne, weil die Geschichte trotz kleiner Schwächen eine starke emotionale Wirkung entfaltet. Teenager werden vermutlich noch intensiver darauf ansprechen, doch auch ältere Leserinnen finden hier berührende Momente.