Absolut herzzerreißend!

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steffi liest Avatar

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Wisst ihr, ich hatte ein wenig Angst vor diesem Buch. Denn wie schon der Klappentext verrät, war die Chance auf ein Happy End für Sydney und Peter relativ gering. Trotzdem wollte ich es unbedingt lesen, da ich die Idee mit den Uhren so spannend fand. Im Nachgang bin ich sehr froh, dass ich mich getraut habe - es war auf jeden Fall herzzerreißend, aber ich habe auch ein paar sehr schöne Impulse zum Nachdenken mitgenommen.

Das Buch-Cover finde ich total ansprechend. Von der Haptik über die Farbgebung bis hin zu den Emotionen, die der Anblick des Pärchens wecken, absolut gelungen und passend.
Zum Schreibstil kann ich nur sagen: Ich hab das Buch innerhalb von 1,5 Tagen weggesuchtet. Darianne Schramm schreibt sehr modern, verwendet oft Umgangs- und Jugendsprache und orientiert sich damit an ihrer Zielgruppe. Auch ihr Philosophie-Studium hat sie mit einfließen lassen - zum einen durch Zitate bekannter Philosophen, zum anderen aber auch allein durch das Thema des Buchs. Denn durch bloße Logik kommt man nicht weiter bei der Frage: Was mache ich, wenn ich weiß, dass mein Seelenverwandter nur noch 3 Tage zu leben hat?

Womit wir nun auch beim Kern des Buchs wären - die Uhren. Wie eingangs erwähnt, fand ich die Idee total spannend, dass jemand sehen kann, wie lange sein Gegenüber noch zu leben hat. Doch noch viel spannender sind die Fragen, die sich daran anschließen: Wenn ich weiß, dass ich denjenigen nicht retten kann, wie kann ich ihm dann die letzte Zeit auf Erden versüßen? Was würde ich selbst noch tun, wenn meine Uhr kurz vorm Ablaufen wäre? Und wie gehe ich mit dem Verlust eines geliebten Menschen um? Peters Sicht der Dinge fand ich total inspirierend, er war für mich der Held der Geschichte, der Sydney gezeigt hat, was es bedeutet, zu leben.

Wer jetzt denkt, er wüsste, wie die Geschichte endet, dem sei verraten, dass es aller Vorhersehbarkeit zum Trotz durchaus noch den ein oder anderen Plotttwist gibt. Es lohnt sich also auf jeden Fall, bis zum Ende durchzuhalten.

Eine kleine Kritik muss ich noch anbringen: Die Autorin verwendet öfters geschlechtsneutrale Anredeformen wie "Mx." oder "they". Ich verstehe den Ansatz dahinter, fand die Verwendung der Begriffe aber zu gehäuft und oft nicht passend. Es wirkte dadurch sehr erzwungen, als hätte die Autorin auf Krampf versucht, nicht-binäre Personen (und Tiere) in ihr Buch einzubauen.

Mein Fazit: Ein fantastisches Buch, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt. Große Empfehlung!