Herztreffend
Darianne Schramms Schreibstil hat mich schlichtweg überwältigt und wirkt noch immer nachhaltig in mir nach. Ich musste nach dem Beenden erst einmal meine Tränen trocknen. Die Geschichte hält einem unaufdringlich den Spiegel vor und konfrontiert mit der eigenen Endlichkeit sowie der drängenden Frage, ob man sein Leben wirklich lebt oder es nur an sich vorbeiziehen lässt. Würde man wirklich wissen wollen, wann es so weit ist? Das Setting hat mich auf vielen Ebenen gepackt und mir stellenweise echte Gänsehaut beschert. Vor allem aber wird unweigerlich klar, dass es so viel sinnvoller ist, jeden Moment bewusst zu spüren, zu lieben, Fehler zu machen und anderen nahe zu sein, als wertvolle Augenblicke aus Angst verstreichen zu lassen. Genau das zeigt Peter der Protagonistin Sydney: was neben der Angst existiert und wie wertvoll selbst ein winziger Augenblick ist. Jede Emotion fühlt sich extrem echt und intensiv an. Obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, besitzt die Geschichte genau deshalb eine so unschätzbare Tiefe. Sydney mit ihrem erfrischend scharfzüngigen Humor und Peter haben sich sofort ganz tief in meinem Herzen verankert. Die Empathie, mit der Darianne Schramm erzählt, ist jederzeit spürbar. Besonders beeindruckend ist jedoch, wie aus all der Ernsthaftigkeit und Schwere eine befreiende Leichtigkeit entsteht, die unglaublich viel Freude bereitet. Zusammenfassend ist 72 Stunden ein großartiges Jugendbuch, das trotz seiner ernsten Thematik voller Leben und Hoffnung steckt. Es fühlt sich in jedem Moment wie ein Appell an, keine Chance verstreichen zu lassen. Es ist eine Geschichte über den Tod, die mit jeder Menge Leben gefüllt ist und daran erinnert, dass jeder Augenblick das Risiko wert ist. Ein extrem emotionales Highlight und eine ganz große Leseempfehlung!