Wenn dir der Tod auf den Fersen, jeden Tag nah ist …

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franci Avatar

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Wenn dir der Tod auf den Fersen, jeden Tag nah ist …

Sydney Hoffmann kann nirgendwohin gehen, ohne nach der neonpinken Uhr Ausschau zu halten, die ihr schon zu häufig einen kalten Schauer beschert hat. Die sie gelehrt hat, dass der Tod unumgänglich ist und das Leben stetig unaufhaltsam fortschreitet. Denn die Schülerin sieht sie, sobald die letzten 72 Stunden für einen Menschen angebrochen sind. Und hat schmerzlich erfahren müssen, dass sie nichts dagegen tun kann …

Diese Gabe machte aus Sydney eine verschlossene, distanzierte junge Frau. Nur keine Gefühle zulassen, keine Beziehungen aufbauen. Um niemals wieder unter Verlust zu leiden.
Doch dann trifft sie Peter Beckett – den Neuen an der Schule, der irgendetwas in ihr zum Klingen und Strahlen bringt. Wenn Sydney auch nicht all ihre Geheimnisse mit ihm teilen kann, nutzen die beiden die mysteriöse Fähigkeit. Und langsam verändert sich etwas in Sydney und zwischen den Teenagern. Bis das Schicksal hämisch lacht und die Uhr beginnt, die schmerzlichsten 72 Stunden herunterzuzählen …

Darianne Schramm schrieb mit diesem Jugendroman eine bewegende, nachklingende Geschichte, die auf einer originellen und auf ihre Art interessanten Idee basiert. Denn wollen wir wirklich wissen, wann der Tod zuschlägt? Was diese Fähigkeit – dieser Fluch – in der Protagonistin auslöst, was diese Bürde mit ihr macht, wurde glaubhaft geschildert, geht naht.
Melancholie und Wehmut schwingen unaufhörlich im Verlauf mit, die Grautöne des Inhalts bilden einen hervorragenden Kontrast zu jenen, die das Cover dominieren. Schramm setzt weder im Plot noch bzgl. der zwischenmenschlichen und individuellen Entwicklung auf Tempo, was die Storyline insgesamt detailreicher, gefühlvoller, bedeutsamer erscheinen lässt. Stilistisch fand ich den Ton passend für einen Young-Adult-Roman, wankend zwischen flippig und direkt und ernst, gar schwermütig. Trotz des Feingefühls, der Trauer und Tragik blitzen immer wieder tröstliche Gedanken, Humor und Leichtigkeit auf, Freundschaft und der nötige Funken Hoffnung. 
Das Ende war bittersüß-herzzerreißend – und absolut perfekt.

"72 Stunden mit Dir" erinnert daran, wie kurz das Leben ist, wie wertvoll. Ermahnt still, jede Minute zu nutzen und Dinge – Worte – nicht aufzuschieben, denn wer weiß schon, wann all das Wunderschöne zu Ende ist ...