Zwischen K-Drama und Kulturschock

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nubsi Avatar

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Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich gefreut. Die Geschichte klang mit ihrer Verwechslungskomödie, den Tropes und der romantischen Grundidee genau nach meinem Geschmack. Dass das Buch auf einer K-Drama-Serie basiert, wusste ich zwar vorher, allerdings hatte ich bisher keinerlei Berührungspunkte mit K-Dramen oder der koreanischen Erzählweise. Genau das hat mein Leseerlebnis am Ende stärker beeinflusst, als ich erwartet hätte.

Schon der Schreib- und Erzählstil war für mich anfangs ein kleiner Schock. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen und ehrlich gesagt ist mir das nie ganz gelungen. Viele Formulierungen wirkten auf mich etwas eckig und teilweise ungünstig übersetzt. Auch die Wortwahl, die vielen Ausrufe und einige Dialoge fühlten sich für mich ungewohnt und nicht besonders natürlich an. Gleichzeitig möchte ich gar nicht ausschließen, dass genau das typisch für K-Dramen oder die koreanische Erzählweise ist und ich einfach nicht die richtige Zielgruppe dafür bin.

Auch der Aufbau der Geschichte erinnerte mich sehr an eine Serie. Szenen und Perspektiven wechselten oft sehr schnell und mir fehlten häufig genau die kleinen Beschreibungen, die mir beim Lesen Bilder im Kopf entstehen lassen. Dadurch konnte ich nie ganz in die Geschichte eintauchen.

Dabei fand ich die eigentliche Handlung richtig gelungen. Die Idee rund um die Verwechslung hat mir unglaublich gut gefallen und auch das daraus entstehende Chaos war immer wieder unterhaltsam. Zwar wirkte vieles auf mich etwas zu gestellt und unnötig dramatisch, trotzdem mochte ich die Richtung, in die sich die Geschichte entwickelte. Auch die Auflösung der Verwechslung hat mir gut gefallen. Das zweite Paar fand ich von der Idee ebenfalls spannend, auch wenn mich die Umsetzung hier nicht vollständig überzeugen konnte.

Mit den Charakteren hatte ich dagegen große Schwierigkeiten. Hari war mir oft zu naiv und Taemu wirkte lange sehr kalt und festgefahren, auch wenn ich ihn gegen Ende etwas mehr ins Herz schließen konnte. Insgesamt blieben die Figuren für mich zu klischeehaft, zu wenig ausgearbeitet und entwickelten sich über weite Strecken kaum weiter. Dadurch fiel es mir schwer, eine wirkliche Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Trotz aller Kritik muss ich aber auch sagen, dass mich das letzte Drittel der Geschichte inhaltlich noch einmal richtig abgeholt hat. Damit hatte ich nach den ersten 330 Seiten überhaupt nicht mehr gerechnet. Plötzlich funktionierte die Geschichte für mich deutlich besser und ich war am Ende tatsächlich neugierig darauf, wie es in Band zwei weitergeht.

Ich hätte dieses Buch wirklich gerne geliebt, denn die Grundidee trifft genau meinen Geschmack. Leider stand mir der für mich sehr ungewohnte Schreib- und Erzählstil immer wieder im Weg. Trotzdem konnte mich die Geschichte vor allem zum Ende hin noch einmal überzeugen. Auch wenn das Buch meine Erwartungen insgesamt nicht erfüllt hat, bin ich gespannt, wie es in Band zwei weitergeht.

Bei der Bewertung habe ich lange zwischen zwei und drei Sternen geschwankt. Letztendlich habe ich mich für drei Sterne entschieden, weil mich die Geschichte besonders im letzten Drittel doch noch überzeugen konnte und ich die Grundidee nach wie vor richtig gerne mag. Vielleicht bin ich aufgrund meiner fehlenden Erfahrung mit K-Dramen auch einfach nicht die ideale Zielgruppe für diese Art des Erzählens.