ein ruhiger Familienroman mit Coming-of-Age Elementen

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kurzundbuch Avatar

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All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer habe ich als Hörbuch gehört. Die Sprecherin hat für mich sehr gut zur Geschichte gepasst. Ihre eher junge Stimme, das angenehme Erzähltempo und die ruhige Betonung haben die Atmosphäre des Romans gut getragen.



Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha, die nicht nur den Verlust ihrer Mutter verarbeiten müssen, sondern auch mit den Veränderungen leben, die Junas fortschreitendes Usher-Syndrom mit sich bringt. Besonders Juna und ihre Leidenschaft für die Malerei, ihre Begeisterung für Lotte Laserstein und die Frage, wie man mit einer solchen Diagnose seinen Träumen treu bleiben kann, stehen dabei im Fokus.



Die Geschichte greift viele wichtige Themen auf: Schwesternschaft, Familie, Krankheit, Kunst und das Erwachsenwerden. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Usher-Syndrom fand ich gelungen und verständlich in die Handlung eingebunden. Gleichzeitig mochte ich die ruhige, unaufgeregte Erzählweise.



Trotzdem hat mich der Roman nicht vollständig erreicht. Über weite Strecken war mir die Geschichte etwas zu zäh und emotional blieb ich mehr Beobachterin als wirklich mittendrin. Die Figuren und ihre Konflikte sind nachvollziehbar beschrieben, dennoch hätte ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe und stärkere emotionale Momente gewünscht. Gerade die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Schwestern hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr Raum bekommen dürfen.



Wer ruhige Familienromane mit Coming-of-Age-Elementen, einer besonderen Schwesternbeziehung und einer sensiblen Auseinandersetzung mit Krankheit und Kunst mag, könnte mit diesem Buch deutlich mehr anfangen als ich.