Alt genug für unbequeme Wahrheiten – und für mehr Gelassenheit
„Alt genug“ ist das erste Buch, das ich von Ildikó von Kürthy gelesen habe – und es hat mich überrascht. Ich hatte mit einem klassischen Roman gerechnet, bekam stattdessen aber etwas viel Persönlicheres: eine Mischung aus Memoir, Gedankensammlung und sehr ehrlicher Selbstreflexion über das Älterwerden.
Eine klassische Handlung gibt es kaum. Das Buch wird lose von einer Situation zusammengehalten: Die Autorin macht sich auf den Weg zu einer Geburtstagsparty. Während sie sich vorbereitet, unterwegs ist und später wieder nach Hause kommt, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab. Sie denkt über ihr Leben nach, über Freundschaften, über Ängste, über körperliche Veränderungen und darüber, was es eigentlich bedeutet, älter zu werden. Dadurch wirkt das Buch fast wie ein langes, offenes Gespräch.
Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit, mit der von Kürthy über sich selbst schreibt. Sie spricht über Angststörungen, über Selbstzweifel, über gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und darüber, wie befreiend es sein kann, irgendwann nicht mehr allem entsprechen zu wollen. Viele Beobachtungen sind selbstironisch und humorvoll, andere wiederum nachdenklich und manchmal auch melancholisch. Gerade diese Mischung macht das Buch sehr nahbar.
Der Ton ist warm, ehrlich und oft überraschend direkt. Immer wieder beschreibt die Autorin Situationen aus ihrem Leben – etwa Begegnungen mit Freundinnen, berufliche Erfahrungen oder Reisen – und nutzt diese als Ausgangspunkt für größere Gedanken über das Leben in der zweiten Hälfte. Dabei geht es viel um Freundschaft, um Verlust, um Abschiede und um die Erkenntnis, dass mit zunehmendem Alter nicht nur Einschränkungen kommen, sondern auch eine neue Form von Freiheit.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass „Alt genug“ kein klassischer Ratgeber ist. Die Autorin erklärt nicht, wie man leben sollte. Stattdessen teilt sie ihre eigenen Erfahrungen – manchmal klug, manchmal widersprüchlich, aber immer ehrlich. Man merkt beim Lesen, dass hier jemand versucht, sich selbst besser zu verstehen und dabei die Leserinnen und Leser an diesem Prozess teilhaben lässt.
Der Stil liest sich sehr flüssig und oft auch sehr humorvoll. Gleichzeitig gibt es einige Passagen, in denen Gedanken etwas ausführlicher ausgebreitet werden, als nötig wäre. Manchmal drehen sich die Überlegungen ein wenig im Kreis. Das stört den Lesefluss gelegentlich, nimmt dem Buch aber nicht seine Stärke.
Fazit:
„Alt genug“ ist ein persönliches, kluges und oft sehr unterhaltsames Buch über das Älterwerden und das Ankommen bei sich selbst. Es verbindet Humor, Selbstironie und ehrliche Selbstbeobachtung auf eine Weise, die beim Lesen immer wieder zum Nachdenken anregt. Für mich war es ein überraschend intensiver erster Kontakt mit der Autorin – und ein Buch, das noch eine Weile nachwirkt.
Eine klassische Handlung gibt es kaum. Das Buch wird lose von einer Situation zusammengehalten: Die Autorin macht sich auf den Weg zu einer Geburtstagsparty. Während sie sich vorbereitet, unterwegs ist und später wieder nach Hause kommt, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab. Sie denkt über ihr Leben nach, über Freundschaften, über Ängste, über körperliche Veränderungen und darüber, was es eigentlich bedeutet, älter zu werden. Dadurch wirkt das Buch fast wie ein langes, offenes Gespräch.
Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit, mit der von Kürthy über sich selbst schreibt. Sie spricht über Angststörungen, über Selbstzweifel, über gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und darüber, wie befreiend es sein kann, irgendwann nicht mehr allem entsprechen zu wollen. Viele Beobachtungen sind selbstironisch und humorvoll, andere wiederum nachdenklich und manchmal auch melancholisch. Gerade diese Mischung macht das Buch sehr nahbar.
Der Ton ist warm, ehrlich und oft überraschend direkt. Immer wieder beschreibt die Autorin Situationen aus ihrem Leben – etwa Begegnungen mit Freundinnen, berufliche Erfahrungen oder Reisen – und nutzt diese als Ausgangspunkt für größere Gedanken über das Leben in der zweiten Hälfte. Dabei geht es viel um Freundschaft, um Verlust, um Abschiede und um die Erkenntnis, dass mit zunehmendem Alter nicht nur Einschränkungen kommen, sondern auch eine neue Form von Freiheit.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass „Alt genug“ kein klassischer Ratgeber ist. Die Autorin erklärt nicht, wie man leben sollte. Stattdessen teilt sie ihre eigenen Erfahrungen – manchmal klug, manchmal widersprüchlich, aber immer ehrlich. Man merkt beim Lesen, dass hier jemand versucht, sich selbst besser zu verstehen und dabei die Leserinnen und Leser an diesem Prozess teilhaben lässt.
Der Stil liest sich sehr flüssig und oft auch sehr humorvoll. Gleichzeitig gibt es einige Passagen, in denen Gedanken etwas ausführlicher ausgebreitet werden, als nötig wäre. Manchmal drehen sich die Überlegungen ein wenig im Kreis. Das stört den Lesefluss gelegentlich, nimmt dem Buch aber nicht seine Stärke.
Fazit:
„Alt genug“ ist ein persönliches, kluges und oft sehr unterhaltsames Buch über das Älterwerden und das Ankommen bei sich selbst. Es verbindet Humor, Selbstironie und ehrliche Selbstbeobachtung auf eine Weise, die beim Lesen immer wieder zum Nachdenken anregt. Für mich war es ein überraschend intensiver erster Kontakt mit der Autorin – und ein Buch, das noch eine Weile nachwirkt.