Sehr inspirierend und ehrlich

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tinkalein Avatar

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Der Titel und das bunte Cover sagen erst einmal nicht viel darüber aus, was den Leser erwartet. „Alt genug“ in Verbindung mit den bunten Farben könnte auch vom Heranwachsen eines Teenagers oder ähnlichem handeln. Aber weit gefehlt.
Das neueste Buch von Ildikó von Kürthy handelt von der Zeit, wenn Frau in oder auch kurz nach den Wechseljahren steht und ist auch kein Roman im klassischen Sinn, sondern hat sehr viele autobiographische Züge. Und so beschreibt die Autorin viele Szenen und Erlebnisse aus ihrem Leben, die sie schließlich zu der Frau werden ließen, die sie heute ist.
Der Leser begleitet die 58-jährige Ildikó von Kürthy zur Geburtstagsparty einer Bekannten, die 50 Jahre alt wird und in ihren Geburtstag hineinfeiert. In diese Kulisse lässt die Autorin viele Erlebnisse und Gedanken aus ihrem Leben einfließen. Und jetzt ist sie endlich „Alt genug“. „Alt genug“ für bequeme Unterwäsche, weil sie keinen Flirt mehr von der Party abschleppen muss, „alt genug“, um einige Erlebnisse wie z.B. das Festival auf Wacken als unnötig vertane Zeit abzuhaken, „alt genug“, um zu ihren Neurosen zu stehen und „alt genug“, um ihre Meinung zu vertreten oder auch einfach mal keine Meinung zu haben.
Hierbei schreibt sie in einem sehr flüssigen, humorvollen Schreibstil, ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen oder Dinge zu beschönigen. Der Leser folgt hierbei mühelos zahlreichen Gedankensprüngen und immer wieder zurück zur Geburtstagsparty, die durch das Buch führt.
Ich selbst fand das Buch sehr inspirierend. „Alt genug“ ist ein Hoch auf das Leben ohne Angst vor dem Altern zu haben, sondern eher sich darauf zu freuen alt genug zu werden, um manche Dinge klarer zu sehen, manche Dinge nicht mehr tun zu müssen, die man als junger Mensch als unumgänglich hielt und trotzdem immer gerne zurück zu schauen.