Wann ist man eigentlich alt genug, endlich man selbst zu sein?
Das Sachbuch….ist es überhaupt eines? Da sind wir wieder bei Schubladen….Es beginnt wie ein Glas Wein auf einer Party, das plötzlich zu einem sehr ehrlichen Gespräch führt – eines, bei dem man merkt, dass jemand den Mut hat, Dinge auszusprechen, die viele denken, aber selten laut sagen.
Wieder mal sehr gelungen von Ildikó von Kürthy, kein Wunder, dass sie mit diesem Buch „Alt genug“ auf der Spiegel BestsellerListe auf Platz 1 gelandet ist. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach ein Buch zu lesen, sondern einer klugen, witzigen Freundin zuzuhören. Ildikó von Kürthy schreibt in „Alt genug“ nicht in der Distanz einer Autorin, sondern in der Nähe einer Erzählerin, die ihr Leben einmal auf den Tisch legt – mit all seinen Ecken, Zweifeln, kleinen Triumphen und auch den unbequemen Wahrheiten.
Formal ist das Ganze eigentlich gar kein klassisches Sachbuch. Es ist eher ein Memoir, ein literarischer Gedankenstrom, der sich rund um einen einzigen Abend entfaltet: eine Geburtstagsparty, während der die Autorin gedanklich durch ihr Leben wandert. Diese Struktur mochte ich sehr. Zwischen Gesprächen, Beobachtungen und kleinen Momenten der Selbstreflexion entstehen Rückblicke auf Freundschaften, Liebe, Verluste und Ängste. Alles fügt sich Stück für Stück zu einem sehr persönlichen Gesamtbild.
„Bis hierhin habe ich es also geschafft.
Nicht unbeschadet, natürlich nicht, ziemlich angeschlagen sogar, aber eben doch letztlich nicht unterzu-kriegen. Die Lebensmitte ist überschritten, ich habe geliebte Menschen, etliche Illusionen, häufig den Mut und zweimal mein Portemonnaie inklusive sämtlicher Papiere verloren.“ (Auftakt des Buches)
Ildikó von Kürthy schreibt lebendig, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für Pointen. Sie kann in einem Moment sehr humorvoll sein – etwa wenn sie über das Wunder des Mittagsschlafs oder das frühzeitige Verlassen von Partys spricht – und im nächsten Moment überraschend ehrlich über Themen schreiben, über die sonst eher geschwiegen wird: Wechseljahre, Medikamente, Selbstzweifel, das Älterwerden selbst. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und Offenheit sorgt dafür, dass der Text nie belehrend wirkt. Man fühlt sich vielmehr eingeladen, mitzudenken.
Besonders berührt hat mich, wie sehr dieses Buch Verbindung schafft. Es ist voller kleiner Bekenntnisse, die zeigen: Niemand ist mit seinen Ängsten, Erwartungen oder Unsicherheiten allein.
Und obwohl sich das Buch stark mit der Lebensmitte beschäftigt, habe ich gemerkt, wie gut mir diese Lektüre auch unter 50 tut. Vielleicht gerade deshalb. Es wirkt ein bisschen wie ein Blick in eine Zukunft, die weniger beängstigend ist, als man manchmal denkt. Eine Zukunft, in der man lernt, nicht mehr allen gefallen zu müssen.
Für mich war „Alt genug“ deshalb fast wie Balsam für die weibliche Seele – besonders für die Seite in uns, die so lange versucht, Erwartungen zu erfüllen, angepasst zu sein und es allen recht zu machen. Dieses Buch flüstert einem leise zu: Irgendwann kommt der Moment, in dem man merkt, dass man frei ist, einfach man selbst zu sein.
Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Buches:
Alt genug zu werden heißt nicht, etwas zu verlieren – sondern endlich etwas loslassen zu dürfen.
Wieder mal sehr gelungen von Ildikó von Kürthy, kein Wunder, dass sie mit diesem Buch „Alt genug“ auf der Spiegel BestsellerListe auf Platz 1 gelandet ist. Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht einfach ein Buch zu lesen, sondern einer klugen, witzigen Freundin zuzuhören. Ildikó von Kürthy schreibt in „Alt genug“ nicht in der Distanz einer Autorin, sondern in der Nähe einer Erzählerin, die ihr Leben einmal auf den Tisch legt – mit all seinen Ecken, Zweifeln, kleinen Triumphen und auch den unbequemen Wahrheiten.
Formal ist das Ganze eigentlich gar kein klassisches Sachbuch. Es ist eher ein Memoir, ein literarischer Gedankenstrom, der sich rund um einen einzigen Abend entfaltet: eine Geburtstagsparty, während der die Autorin gedanklich durch ihr Leben wandert. Diese Struktur mochte ich sehr. Zwischen Gesprächen, Beobachtungen und kleinen Momenten der Selbstreflexion entstehen Rückblicke auf Freundschaften, Liebe, Verluste und Ängste. Alles fügt sich Stück für Stück zu einem sehr persönlichen Gesamtbild.
„Bis hierhin habe ich es also geschafft.
Nicht unbeschadet, natürlich nicht, ziemlich angeschlagen sogar, aber eben doch letztlich nicht unterzu-kriegen. Die Lebensmitte ist überschritten, ich habe geliebte Menschen, etliche Illusionen, häufig den Mut und zweimal mein Portemonnaie inklusive sämtlicher Papiere verloren.“ (Auftakt des Buches)
Ildikó von Kürthy schreibt lebendig, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für Pointen. Sie kann in einem Moment sehr humorvoll sein – etwa wenn sie über das Wunder des Mittagsschlafs oder das frühzeitige Verlassen von Partys spricht – und im nächsten Moment überraschend ehrlich über Themen schreiben, über die sonst eher geschwiegen wird: Wechseljahre, Medikamente, Selbstzweifel, das Älterwerden selbst. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und Offenheit sorgt dafür, dass der Text nie belehrend wirkt. Man fühlt sich vielmehr eingeladen, mitzudenken.
Besonders berührt hat mich, wie sehr dieses Buch Verbindung schafft. Es ist voller kleiner Bekenntnisse, die zeigen: Niemand ist mit seinen Ängsten, Erwartungen oder Unsicherheiten allein.
Und obwohl sich das Buch stark mit der Lebensmitte beschäftigt, habe ich gemerkt, wie gut mir diese Lektüre auch unter 50 tut. Vielleicht gerade deshalb. Es wirkt ein bisschen wie ein Blick in eine Zukunft, die weniger beängstigend ist, als man manchmal denkt. Eine Zukunft, in der man lernt, nicht mehr allen gefallen zu müssen.
Für mich war „Alt genug“ deshalb fast wie Balsam für die weibliche Seele – besonders für die Seite in uns, die so lange versucht, Erwartungen zu erfüllen, angepasst zu sein und es allen recht zu machen. Dieses Buch flüstert einem leise zu: Irgendwann kommt der Moment, in dem man merkt, dass man frei ist, einfach man selbst zu sein.
Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Buches:
Alt genug zu werden heißt nicht, etwas zu verlieren – sondern endlich etwas loslassen zu dürfen.