Eine berührende Reise mit kleinen Schwächen

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„Alte Pfade“ von Alexa Hennig von Lange hat bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Die Geschichte hat durchaus Potenzial und greift interessante Themen auf, konnte mich insgesamt aber leider nicht vollständig überzeugen.

Im Mittelpunkt steht eine Tochter, die ihrem Vater zum Wandern in die schottischen Highlands folgt. Die raue Landschaft und die gemeinsame Zeit fernab des gewohnten Alltags bieten dabei einen interessanten Rahmen für eine Geschichte über Familie, Vergangenheit und die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Gerade diese Konstellation fand ich grundsätzlich spannend, denn die Wanderung schafft Raum für Gespräche und für die Auseinandersetzung mit Dingen, die zwischen den beiden stehen.

Allerdings hatte ich vor allem zu Beginn Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Die Figuren wirkten auf mich teilweise etwas stereotypisch, und auch die Dialoge empfand ich stellenweise als zu gestelzt. Dadurch fiel es mir schwer, eine echte Nähe zu den Charakteren aufzubauen. Auch die Handlung selbst blieb für meinen Geschmack etwas zu einfach. Einige Konflikte und Themen werden sehr schnell und unkompliziert gelöst, während andere Fragen am Ende eher offenbleiben und für mich nicht ausreichend aufgearbeitet wurden. Dadurch hatte ich gelegentlich das Gefühl, dass manche Entwicklungen mehr Tiefe verdient hätten.

Trotz dieser Kritik hat mich das Buch gegen Ende noch emotional erreicht. Einige Momente haben mich tatsächlich berührt, und gerade die Beziehung zwischen den Figuren konnte dadurch im Verlauf der Geschichte noch etwas mehr Tiefe gewinnen. Das hat für mich zumindest teilweise aufgefangen, was mir an anderer Stelle gefehlt hat.

Insgesamt sehe ich in „Alte Pfade“ eine schöne Grundidee und durchaus Potenzial für eine tiefgründigere Familiengeschichte. Leider wurde dieses Potenzial für meinen Geschmack nicht ganz ausgeschöpft. Die Geschichte ist angenehm und stellenweise emotional, hat mich insgesamt aber nicht vom Hocker gerissen. Ich würde das Buch vor allem Leserinnen und Lesern empfehlen, die ruhige Familiengeschichten mit viel Natur und zwischenmenschlichen Themen mögen und dabei keine allzu komplexe Handlung erwarten.