großartig

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kurzundbuch Avatar

Von

Aprikosenkind – Judith Merchant
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Manchmal braucht ein Thriller keine zehn Plot-Twists, um richtig unheimlich zu werden. „Aprikosenkind“ hat mich gerade durch dieses schleichende Grauen gepackt.

Im Mittelpunkt steht Natalie, die alles dafür tun würde, ihre kleine Tochter Ruby – von ihr liebevoll „Maus“ genannt – zu beschützen. Eigentlich lebt sie mit ihrem Mann Gabriel und ihrem Wunschkind das perfekte Familienleben. Doch dann fällt in der Kita etwas an Ruby auf. Und was zunächst vielleicht noch wie eine Kleinigkeit wirkt, zieht im Verlauf der Geschichte immer weitere Kreise.

Nach und nach wird alles geheimnisvoller und nimmt schließlich eine Dimension an, mit der ich so nicht gerechnet habe.

Ich mochte das Buch tatsächlich von vorne bis hinten. Es war eines dieser Bücher, bei denen ich mich komplett auf die Geschichte einlassen konnte und einfach konzentriert weiterlesen wollte. Keine Längen, kein Gefühl von „Jetzt könnte es aber langsam mal weitergehen“.

Dabei ist die Sprache eher schlicht und klar, aber gerade dadurch sehr bildhaft. Judith Merchant schreibt direkt und zielgerichtet und schafft es trotzdem, mit relativ einfachen Mitteln eine richtig unangenehme Atmosphäre entstehen zu lassen.

Viele große Plot-Twists gibt es gar nicht. Und das braucht die Geschichte auch nicht. Für mich war ungefähr ab der Mitte absehbar, in welche Richtung sich alles entwickeln könnte. Das war aber so in der Geschichte angelegt. Dadurch verliert es keineswegs an Spannung, ganz im Gegenteil, der Fokus wird nun etwas verrückt. Das sorgt für Kurzweiligkeit.

Fazit. „Aprikosenkind“ hat mich sehr gut unterhalten und vor allem dieses leise, beklemmende Grauen richtig gut getroffen. Eine klare Empfehlung

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5