Unterhaltsam, aber nicht besonders

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Bachelorette Party – Camilla Sten (dtv, 2026)
2012 verschwinden vier junge Frauen, die gemeinsam auf einer abgelegenen Schäreninsel – Isle Blind – campen. Der Fall bleibt ungeklärt. Zehn Jahre später reist erneut eine Gruppe dorthin: sechs Frauen, die einen Junggesellinnenabschied als Yogaretreat verbringen wollen. Kein Handyempfang, viel Abgeschiedenheit – und mittendrin Tessa, die eigentlich aus einem ganz anderen Grund dort ist: Sie betreibt einen True-Crime-Podcast und will den alten Fall endlich aufklären.
Der Einstieg ist direkt packend. Die Grundidee gefällt mir richtig gut: abgeschottete Insel, zwei Zeitebenen, eine Gruppe Frauen mit Vergangenheit. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Tessa, über die man nach und nach auch die anderen Figuren kennenlernt.
Gut gelungen fand ich den Mix aus Rückblenden, Innensichten und gegenwärtiger Handlung. In den Gesprächen der Frauen geht es viel um aktuelle Themen wie Beziehungen, Familienplanung, Karriere, Social Media, Freundschaften – das wirkt zeitnah und nachvollziehbar, nimmt aber auch Tempo raus.
Im zweiten Teil verdichtet sich die Handlung deutlich: Es wird ereignisreicher, die Spannung zieht an und die Geschichte bewegt sich klar auf die Auflösung zu. Das ist durchaus packend, auch wenn manches etwas absehbar ist und stellenweise recht langatmig ausgebreitet wird.
Insgesamt ein unterhaltsamer Thriller mit bekannten Motiven: eingeschlossen auf einer Insel, unterschwellige Bedrohung, die Frage nach Täter und Motiv. Nichts komplett Neues, aber solide erzählt und gut hörbar.
Was ich beim Hörbuch hervorheben möchte: Die Sprecherin hat mir richtig gut gefallen. Sehr angenehm zu hören, passendes Tempo und insgesamt eine stimmige Interpretation der Geschichte.
⭐ 3,5 Sterne