Wenn das eigene Leben zum Roman wird

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ellen87 Avatar

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Katie Bernet nimmt ihre Leser mit auf eine Suche nach dem Mörder. Dabei gibt es einige Rückblicke in das Leben der Protagonisten und immer wieder Spuren, die die Leser auf eine falsche Fährte bringen sollen. Die Charaktere wirken sehr unterschiedlich und authentisch. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und die Länge der Kapitel ist gut gewählt. Die Kapitel beginnen immer mit dem Hinweis, welche der Charaktere im Fokus steht und ob es um Geschehnisse aus der Vergangenheit in der Gegenwart geht. Die Stimmen der Hörbuchsprecher sind angenehm und deren Aussprache ist deutliche, sodass sie auch gut die Emotionen transportieren. Das Cover ist gut zur Geschichte gestaltet und man bekommt beim Einband eine kurze Zusammenfassung über die Eigenschaften der 4 Schwestern.

Die Hauptprotagonisten sind die March Schwestern Beth, Meg, Jo und Amy.
Die 4 Schwestern haben nicht viel Gemeinsamkeiten und wirken immer wieder sehr eigensinnig. Ihr Vater ist Autor und hat seine Töchter als Vorlage seines Buchs Little Women genommen. Doch das Buch erhält nicht so viel gute Resonanz, denn gerade die Frauen stellen in Frage, wie denn ein Mann sich in seine Töchter versetzen kann und warum er seine Töchter so der Öffentlichkeit aussetzt. Da Beth in dem Buch eher als schüchternes Mäuschen ohne eigene Meinung rüberkommt und sie am Ende sogar stirbt, hat sie am meisten nach der Veröffentlichung zu kämpfen. Als sie nach Silvester dann tatsächlich tot aufgefunden wird, stellt sich schnell die Frage, wer in ihrem Umfeld hat ein Motiv. Hat eine der Schwestern einen so großen Hass auf Beth entwickelt, dass sie ihr das Leben nahm? Oder sind der Klavierlehrer John und ihr Freund Henry vielleicht von ihr enttäuscht wurden und hat sich rächen wollen? War es wirklich Mord oder ein Unfall, der sich nach der Silvesterfeier ereignet hat? Und wo ist der Vater der Mädchen? Wird er nach dem wirklichen Tod seiner Tochter zurück zur Familie kommen? Welche Geheimnisse verbergen die Schwestern und gab es wirklich solch heftige Auseinandersetzungen zwischen ihnen, die die Mutter nicht mitbekommen hat, aber dazu geführt haben, dass sie einander den Tod wünschten? Wollte Amy sich dadurch Inspiration für ihren eigenen Roman verschaffen?

Ein Jugendbuch, wo sich durch die sehr verschiedenen Eigenschaften der Protagonisten wohl viele Leserinnen mit ihnen identifizieren können. Im Laufe der Geschichte kommen viele Geheimnisse ans Licht, die immer wieder für neue Motive sorgen und die mehrere Charaktere zu Verdächtigen werden lassen. Als Leser kann man gut mit rätseln und sich hinterfragen, was hätte man selbst in solch einer Situation gemacht? Manchmal können Wörter etwas auslösen, was man so nicht beabsichtigt hat und ein Leben komplett auf den Kopf stellen.