Die Vergangenheit holt einen immer ein

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zoe82 Avatar

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Die Grenzfall-Reihe von Anna Schneider um das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer (Vater und Tochter) hatte mich begeistert. Und auch „Blut für Blut“ habe ich gern gelesen. Es ist etwas Neues. Mehr Psycho als Krimi. Worum geht es?
Im Mittelpunkt steht Sophie Roth. Sie hatte es nicht leicht. Der Vater verließ die Familie, die Mutter gab sich auf. Als ihr Vater ermordet wird, verschwindet auch noch ihr Bruder Marc. Seitdem ist Sophie traumatisiert. Und so ist es eigentlich kein Wunder, dass sie unter Panikattacken leidet und in einer toxischen Beziehung landet.
Sophie gibt sich die Schuld, dass sie die Familie nicht zusammenhalten konnte. Aber damit ist jetzt Schluss. Gerade hat sie ihren ersten Job als Fotografin an Land gezogen: Sie soll analoge Porträts der vermögenden Familie Grafinger anfertigen. Aber die Angst lässt sie nicht los. Sie fühlt sich beobachtet und verfolgt.
„Blut für Blut“ ist ein Buch, das Verlust, Schuld und Rache thematisiert. Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: Im Juli und Zwanzig Jahre zuvor. Immer mal wieder sind Kapitel in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Sophie kommt etwas naiv und blauäugig rüber. Mehr als einmal weckte sie in mir den Wunsch, sie zu schütteln.
„Blut für Blut“ hätte für meinen Geschmack etwas spannender sein können. Lange plätschert die Geschichte vor sich hin, nimmt dann eine ungeahnte Wendung. Drama, Baby, Drama. Das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Psychologischer Spannungsroman. So richtig mitreißen konnte er mich nicht. 3,5*