Heimkehr der gebrochenen Helden

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
subechto Avatar

Von

„Brennender Fluss“ ist bereits der zweite Fall für die toughe Detective Macy Greeley. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Schauplatz ist Montana, nahe der Grenze zu Kanada. Worum geht es?

Macy ist alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes. Der Vater ist Macys Chef Ray Davidson, der wieder zu seiner Frau zurückgekehrt ist. Während Macy arbeitet, kümmert sich die Großmutter um den kleinen Luke. Wird Macy es schaffen, sich endlich von Ray zu lösen?

John Dalton, hatte drei gefährliche Afghanistan-Einsätze überlebt, um dann in seiner Heimat, dem dünn besiedelten Flathead Valley, erschossen zu werden. Macy soll die örtliche Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen. Bald ist klar, dass das Motiv für Johns Tod in der Vergangenheit zu suchen ist. Damals war ein Mann mit seinem Truck spurlos verschwunden. Haben Johns Freunde Tyler und Dylan, die zusammen mit ihm in Afghanistan waren, etwas damit zu tun? Auch Jessie, Johns Zwillingsschwester, scheint etwas zu verbergen. Als auch noch eine Sonderermittlerin vermisst wird, die seit Monaten undercover auf der Suche nach dem Verschwundenen war, droht die Lage zu eskalieren. Ehe sich Macy versieht, gerät sie zwischen die Fronten und in Lebensgefahr...

Wie schon der Vorgänger „Eisiges Geheimnis“ ist „Brennender Fluss“ nicht nur einfach Krimi, sondern vor allem spannendes Drama. Immer tiefer dringt Macy in ein Gespinst aus Lügen und Intrigen. Zudem scheint es ein dunkles Geheimnis in der Familiengeschichte der Daltons zu geben. Sex und Drogen, (versuchte) Vergewaltigung und Mord, aber auch physische und psychische Kriegsverletzungen, das sind die Zutaten für diesen spektakulären Fall. Nichts ist wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut.

Mit detaillierten Beschreibungen, einem leichten und flüssigen Sprachstil sowie einem spannenden Aufbau und einer tragischen Geschichte versteht es Karin Salvalaggio, den Leser in tiefe menschliche Abgründe blicken zu lassen. Ihre Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Gut gefallen hat mir, dass sich Macy und Sheriff Aiden Marsh auch privat näher kommen, jedenfalls knistert es gewaltig. Für künftige Geschichten ist hier also reichlich Potenzial vorhanden.

Fazit: Atmosphärisch dicht und unglaublich spannend. Eine Ermittlerin, die man nicht vergisst. Unbedingt Lesen!