Zufälle bestimmen das Leben
Mit "Buckeye" gelingt Patrick Ryan eine ebenso unterhaltsame wie sorgfältig komponierte Familiensaga. Ausgangspunkt ist ein Kuss im Mai 1945, als in der fiktiven Kleinstadt Bonhomie in Ohio die Nachricht vom Sieg über Nazi-Deutschland die Menschen erreicht. Cal Jenkins und Margaret Salt ahnen nicht, welche Folgen dieser Augenblick für ihre Familien haben wird. Aus einer flüchtigen Begegnung erwächst ein Geflecht aus Liebe, Schuld, Geheimnissen und Entscheidungen, dessen Auswirkungen bis in die folgenden Generationen reichen.
Ryan erzählt gut lesbar und unprätentiös. Dabei vermittelt er einen stimmigen Eindruck von der zuweilen skurrilen US-amerikanischen Gesellschaft zwischen, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Figuren sind weder bloße Zeitzeugen noch austauschbare Romancharaktere, sondern Menschen mit widersprüchlichen Bedürfnissen, kleinen Eitelkeiten und großen Lebenslügen. Besonders interessant ist Becky, die als Medium mit den Toten kommuniziert. Dass sie diese Rolle nicht einfach frei wählt, sondern sich geradezu in sie gedrängt sieht, verweist auch auf ein Zeitphänomen: In einer Welt voller Verlust und Ungewissheit sehnen sich Menschen nach guten Nachrichten, notfalls aus dem Jenseits.
Die Geschichte ist raffiniert angelegt, ohne sich in ihren Verästelungen zu verlieren. Überraschungen ergeben sich aus der Handlung, nicht aus künstlich erzeugten Effekten. Langweilig wird es nie.
Weniger überzeugend ist die materielle Seite der Ausgabe. Die Klebebindung und das Papier, das an einlagiges Toilettenpapier erinnert, vermitteln den Eindruck maximaler Sparsamkeit. Bei einem Kaufpreis von 26 Euro fällt das besonders unangenehm auf. Immerhin: Das Cover wirkt nicht KI-generiert, und ein Lesebändchen ist vorhanden. Beides sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es inzwischen aber nicht mehr.
Fazit: Ein lesenswerter Roman mit erzählerischer Substanz, dessen Buchkörper dem Inhalt leider nicht ganz gerecht wird.
Ryan erzählt gut lesbar und unprätentiös. Dabei vermittelt er einen stimmigen Eindruck von der zuweilen skurrilen US-amerikanischen Gesellschaft zwischen, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Figuren sind weder bloße Zeitzeugen noch austauschbare Romancharaktere, sondern Menschen mit widersprüchlichen Bedürfnissen, kleinen Eitelkeiten und großen Lebenslügen. Besonders interessant ist Becky, die als Medium mit den Toten kommuniziert. Dass sie diese Rolle nicht einfach frei wählt, sondern sich geradezu in sie gedrängt sieht, verweist auch auf ein Zeitphänomen: In einer Welt voller Verlust und Ungewissheit sehnen sich Menschen nach guten Nachrichten, notfalls aus dem Jenseits.
Die Geschichte ist raffiniert angelegt, ohne sich in ihren Verästelungen zu verlieren. Überraschungen ergeben sich aus der Handlung, nicht aus künstlich erzeugten Effekten. Langweilig wird es nie.
Weniger überzeugend ist die materielle Seite der Ausgabe. Die Klebebindung und das Papier, das an einlagiges Toilettenpapier erinnert, vermitteln den Eindruck maximaler Sparsamkeit. Bei einem Kaufpreis von 26 Euro fällt das besonders unangenehm auf. Immerhin: Das Cover wirkt nicht KI-generiert, und ein Lesebändchen ist vorhanden. Beides sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es inzwischen aber nicht mehr.
Fazit: Ein lesenswerter Roman mit erzählerischer Substanz, dessen Buchkörper dem Inhalt leider nicht ganz gerecht wird.