Der wilde Mann

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Cassandra widmet sich ganz der Arbeit, ein neues Hexenabzeichen zu erhalten als in ihrem Dorf Hagley seltsame Dinge geschehen. Einzelne Bewohner Hagleys stehen unter einen Bannfluch, der sie nach einer alten Lanze suchen lässt. Doch wer diese Lanze berührt, der ist dem Tod geweiht. Ein Grund mehr für den Herrscher Faeries, diese Waffe unbedingt in seinen Besitz zu bekommen. Können Cassandra und ihre Freundinnen die Bewohner von ihrem Fluch befreien und die Lanze vor dem Erlkönig finden.

Die magische Flöte von Skye McKenna ist der zweite Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren unterschiedlichen Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen ganz besonderen Humor auf mit dem er sich ins Herz schleicht. Besonders gut gelungen sind wieder die Wesen, die sich im Hag befinden. Besonders der wilde Mann "Lailoken" gefiel uns sehr gut und die Zeichnung am Ende des Buchs von Viktoria Gavrilenko, welche die drei Freundinnen und Lailoken zeigt, hätten wir unheimlich gerne als Poster, weil es einfach nur zauberhaft aussieht und die Atmosphäre des Buchs unheimlich gut widerspiegelt - ein wahrer Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin macht es leicht, sich wieder in Hagley zurechtzufinden und ohne Probleme an das Geschehen anzuknüpfen. Uns gefiel auch, dass der Name Aoife eingebaut wurde, auch wenn es für Leser:innen ab zehn Jahren ohne Hilfe sicherlich schwierig ist, diesen Namen auszusprechen. Cassandras Entwicklung aus dem ersten Band ist im Laufe der Geschichte immer wieder zu erkennen und macht sie zu einer starken Protagonistin, die Freundinnen Tabitha und Rue sind mit ihren Eigenschaften ein tolles Paket und machen aus den drei eine interessante Gruppe. Auch Cassies Cousin Sebastian gibt eine ganz besondere Gefühlswelt frei.

Etwas verwundert bin ich - auch nach dem Lesen - über den Titel des Buchs. Die magische Flöte ist zwar ein kleiner Teil der Geschichte, doch irgendwie war für uns die (Suche nach der) Lanze deutlich präsenter. Das aber nur nebenbei bemerkt und ohne Auswirkung auf die Bewertung eines tollen Kinderbuchs, das auch Erwachsenen noch Spaß machen kann. Die magische Flöte kommt mit ruhigen Tönen daher wirft einen jedoch in ein unheimlich atmosphärisches Abenteuer mit vielen kleinen Botschaften und einer tollen Freundschaft. Eine gelungene Fortsetzung, welche die Vorfreude auf den nächsten Band steigert.