Leider schlechter als erwartet...

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azucena Avatar

Von

In „Crazy Rich Asians“, dem ersten Teil der Trilogie von dem amerikanischen Autor Kevin Kwan, dreht sich alles um die Oberschicht der reichen Asiaten, wie Rachel Young sich in ihr behaupten muss, um ihre Liebe zu erhalten und das Reichtum nicht immer schillert und glitzert.

Zum Inhalt:
Rachel Chu wird von ihrem Freund Nicolas (Nick) Young über die Sommerferien eingeladen, ihn zu der Hochzeit seines besten Freundes nach Singapur zu begleiten und dort auch seine Familie kennenzulernen. Nick hat Rachel bisher über seine superreiche (versnobte) Familie im Unklaren gelassen und so ist sie ihnen vollkommen unvorbereitet ausgeliefert. Leider muss Rachel auch schnell feststellen, das in der ihr völlig fremden Welt und Gesellschaft, sich viel um Stammbaum, Reichtum und der perfekten Darstellung nach außen hin dreht und nicht alle ihr wohlgesonnen sind...

Das Cover ist sehr ansprechend und hat mir sofort gefallen. Ich finde es besonders schön, wie damit gleich ein Bezug zu der Geschichte hergestellt wurde. Das Pink gibt einen schönen Kontrast und hellt das Buch optisch auf.

Das Buch fängt interessant an und man ist gleich in der Geschichte drin. Anfangs habe ich mir sehr gewünscht, dass Nick Rachel über seine Familie früher aufklären würde/aufgeklärt hätte, denn so wären Rachel einige Peinlichkeiten erspart geblieben. Ich konnte während des gesamten Buches sehr stark mit ihr mitfühlen und sie war mein Lieblingscharakter.
Die Gedanken/Handlungen der superreichen Charaktere fand ich anfangs sehr komisch, allerdings hat es gut zu dem Flair der Superreichen gepasst. Auch durch die vielen Aufzählungen des Reichtums (Autos, Kleidung, Häuser) wurde der Reichtum noch einmal hervorgehoben.
Für meinen Geschmack waren manchmal zu viele (unnötige) sexuellen Beschreibungen in dem Buch enthalten, die für mich einfach unpassend waren.
Laut Rezensionen des amerikanischen Buches soll es viele lustige Momente geben, ich musste noch nicht einmal schmunzeln und war dementsprechend ein wenig enttäuscht.

Der realistische Schreibstil des Autors hat mir jedoch gut gefallen und durch die detailistischen Schilderungen bemerkt man, dass er eindeutig Erfahrungen mit einem solchen Milieu gemacht hat. So erhält man als Außenstehende einen sehr guten Einblick „hinter die Kulissen“.

Leider ist der Perspektivenwechsel ist sehr ungewohnt und ich bin auch während des Buch nicht richtig warm damit geworden.


Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch den Trailer von dem dazugehörigen Film, der mir von YouTube vorgeschlagen wurde. Den Film fand ich sehr ansprechend, habe es kurz darauf allerdings wieder vergessen. Durch Zufall habe ich dann das Buch im Internet gefunden und war sofort begeistert, da ich Bücher meist besser finde als die dazugehörigen Filme. Die Rezensionen zu dem Originalbuch waren sehr viel versprechend: ein Bestseller, über den man viel lachen kann. Als ich das Buch gelesen habe, war ich enttäuscht. Ich habe es mir anders (besser) vorgestellt und verstehe nicht, wieso das Buch als Komödie gilt. Alles in allem habe ich einen guten Einblick in die reiche, asiatische Gesellschaft bekommen und zwischendurch echt Mitleid mit Rachel gehabt... und das war es dann eigentlich auch. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss, ist es für mich definitiv nicht.