Eine Welt voller Götter, Geheimnisse und alter Wunden
Das Buch der gefallenen Blätter ist für mich vor allem eins: ein unheimlich atmosphärischer und ungewöhnlicher Fantasyroman, der sich richtig viel Zeit nimmt, seine Welt aufzubauen. Wer hier eine klassische „Held rettet die Welt“-Geschichte erwartet, liegt wahrscheinlich falsch. Stattdessen bekommt man einen komplexen Mix aus japanisch geprägter Fantasy, Politik, Religion, Krieg und Familiengeschichte. Wir begleiten unter anderem Sen, Rui, Kai, Yora und Yaeko, deren Wege sich im Laufe der Geschichte immer mehr kreuzen. Besonders die wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, weil man dadurch nicht nur eine Seite des Konflikts kennenlernt. Die Verbindung aus japanisch geprägter Fantasy, Mythologie und einer Geschichte, in der es nicht einfach nur um Gut und Böse geht, hat mich von Anfang an neugierig gemacht.
Sen und Rui haben es mir dabei besonders angetan. Beide versuchen auf ihre eigene Art herauszufinden, wer sie eigentlich sind und wo sie hingehören. Sen wächst zwar behütet auf, spürt aber gleichzeitig, dass ihm ein Teil seiner Vergangenheit fehlt. Rui wächst dagegen als Waise in der einfachen Bevölkerung auf und hat dadurch mit ganz anderen Grenzen zu kämpfen. Als die beiden aufeinandertreffen, geht es zum Glück nicht sofort in Richtung großer Liebesgeschichte. Ihre Dynamik entwickelt sich langsam und dadurch für mich viel glaubwürdiger. Auch die anderen Figuren fand ich interessant, weil sie nicht einfach in „gut“ und „böse“ eingeteilt werden. Sie handeln aus Loyalität, Angst, Schuld oder dem Wunsch, ihre Familie und die Menschen, die ihnen wichtig sind, zu schützen. Dadurch wirken sie erstaunlich greifbar.
Ein riesiges Plus ist die Atmosphäre. Die Beschreibungen der Landschaften, Tempel, Wälder und Dörfer sind so bildhaft, dass ich beim Lesen teilweise das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Gleichzeitig steht dieser wunderschönen Natur immer wieder die harte Realität des Krieges gegenüber. Dadurch wirkt die Welt nicht wie eine bloße Kulisse, sondern lebendig und stellenweise auch ziemlich erschreckend. Besonders der Mix aus Göttern, Geistern, religiösen Vorstellungen und den mysteriösen Mönchen fand ich spannend.
Der Schreibstil ist wunderschön, teilweise fast poetisch und sehr detailverliebt. Genau das hat mir einerseits gefallen, andererseits sorgt es auch dafür, dass die Geschichte zwischendurch etwas langsamer wird. Vor allem am Anfang kommen viele Namen, Clans, politische Zusammenhänge und Begriffe auf einmal zusammen, die man erst einmal sortieren muss. Wer schnelle Fantasy-Action erwartet, könnte hier deshalb etwas Geduld brauchen. Für mich hat sich das Durchhalten aber größtenteils gelohnt.
Auch optisch konnte mich das Buch überzeugen. Das Cover passt für mich sehr gut zu dieser melancholischen, herbstlichen Stimmung und zum Thema der Vergänglichkeit. Besonders hilfreich fand ich außerdem die Karte und das Personenverzeichnis, denn bei dieser umfangreichen Welt kann man sonst schnell den Überblick verlieren.
Was mir am Ende besonders im Kopf geblieben ist, sind allerdings gar nicht nur die fantastischen Elemente, sondern die Fragen dahinter: Was macht Familie eigentlich aus? Wie sehr bestimmt unsere Vergangenheit, wer wir sind? Kann man Schuld wiedergutmachen? Und wie viel Freiheit bleibt einem, wenn andere bereits entschieden haben, welche Rolle man im Leben spielen soll? Gerade Rui verkörpert für mich einen wichtigen Teil dieses Gedankens: Die eigene Herkunft prägt einen, muss aber nicht die gesamte Zukunft bestimmen.
A. S. Tamaki hat hier eine sehr eigene Welt geschaffen, die stark von japanischer Kultur und Mythologie geprägt ist. Besonders beeindruckt hat mich, wie diese Einflüsse mit Politik, Religion und der persönlichen Geschichte der Figuren verbunden werden. Gleichzeitig merkt man, dass es sich um den Auftakt der Reihe handelt. Einige Fragen bleiben offen, was mich persönlich aber eher neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.
Mein Fazit: Das Buch der gefallenen Blätter ist definitiv keine Fantasy für zwischendurch, die man einfach schnell wegliest. Es ist ein atmosphärischer, umfangreicher und teilweise melancholischer Roman, auf den man sich wirklich einlassen muss. Ich mochte besonders die Figuren, die ungewöhnliche Welt und die Verbindung aus Politik, Mythologie und persönlicher Geschichte. Wer komplexe Fantasywelten und vielschichtige Charaktere mag und mit einem etwas ruhigeren Erzähltempo kein Problem hat, sollte dem Buch definitiv eine Chance geben. Für mich ein wirklich gelungener Auftakt, auch wenn die Geschichte die eine oder andere Länge weniger gut vertragen hätte.
Sen und Rui haben es mir dabei besonders angetan. Beide versuchen auf ihre eigene Art herauszufinden, wer sie eigentlich sind und wo sie hingehören. Sen wächst zwar behütet auf, spürt aber gleichzeitig, dass ihm ein Teil seiner Vergangenheit fehlt. Rui wächst dagegen als Waise in der einfachen Bevölkerung auf und hat dadurch mit ganz anderen Grenzen zu kämpfen. Als die beiden aufeinandertreffen, geht es zum Glück nicht sofort in Richtung großer Liebesgeschichte. Ihre Dynamik entwickelt sich langsam und dadurch für mich viel glaubwürdiger. Auch die anderen Figuren fand ich interessant, weil sie nicht einfach in „gut“ und „böse“ eingeteilt werden. Sie handeln aus Loyalität, Angst, Schuld oder dem Wunsch, ihre Familie und die Menschen, die ihnen wichtig sind, zu schützen. Dadurch wirken sie erstaunlich greifbar.
Ein riesiges Plus ist die Atmosphäre. Die Beschreibungen der Landschaften, Tempel, Wälder und Dörfer sind so bildhaft, dass ich beim Lesen teilweise das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Gleichzeitig steht dieser wunderschönen Natur immer wieder die harte Realität des Krieges gegenüber. Dadurch wirkt die Welt nicht wie eine bloße Kulisse, sondern lebendig und stellenweise auch ziemlich erschreckend. Besonders der Mix aus Göttern, Geistern, religiösen Vorstellungen und den mysteriösen Mönchen fand ich spannend.
Der Schreibstil ist wunderschön, teilweise fast poetisch und sehr detailverliebt. Genau das hat mir einerseits gefallen, andererseits sorgt es auch dafür, dass die Geschichte zwischendurch etwas langsamer wird. Vor allem am Anfang kommen viele Namen, Clans, politische Zusammenhänge und Begriffe auf einmal zusammen, die man erst einmal sortieren muss. Wer schnelle Fantasy-Action erwartet, könnte hier deshalb etwas Geduld brauchen. Für mich hat sich das Durchhalten aber größtenteils gelohnt.
Auch optisch konnte mich das Buch überzeugen. Das Cover passt für mich sehr gut zu dieser melancholischen, herbstlichen Stimmung und zum Thema der Vergänglichkeit. Besonders hilfreich fand ich außerdem die Karte und das Personenverzeichnis, denn bei dieser umfangreichen Welt kann man sonst schnell den Überblick verlieren.
Was mir am Ende besonders im Kopf geblieben ist, sind allerdings gar nicht nur die fantastischen Elemente, sondern die Fragen dahinter: Was macht Familie eigentlich aus? Wie sehr bestimmt unsere Vergangenheit, wer wir sind? Kann man Schuld wiedergutmachen? Und wie viel Freiheit bleibt einem, wenn andere bereits entschieden haben, welche Rolle man im Leben spielen soll? Gerade Rui verkörpert für mich einen wichtigen Teil dieses Gedankens: Die eigene Herkunft prägt einen, muss aber nicht die gesamte Zukunft bestimmen.
A. S. Tamaki hat hier eine sehr eigene Welt geschaffen, die stark von japanischer Kultur und Mythologie geprägt ist. Besonders beeindruckt hat mich, wie diese Einflüsse mit Politik, Religion und der persönlichen Geschichte der Figuren verbunden werden. Gleichzeitig merkt man, dass es sich um den Auftakt der Reihe handelt. Einige Fragen bleiben offen, was mich persönlich aber eher neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.
Mein Fazit: Das Buch der gefallenen Blätter ist definitiv keine Fantasy für zwischendurch, die man einfach schnell wegliest. Es ist ein atmosphärischer, umfangreicher und teilweise melancholischer Roman, auf den man sich wirklich einlassen muss. Ich mochte besonders die Figuren, die ungewöhnliche Welt und die Verbindung aus Politik, Mythologie und persönlicher Geschichte. Wer komplexe Fantasywelten und vielschichtige Charaktere mag und mit einem etwas ruhigeren Erzähltempo kein Problem hat, sollte dem Buch definitiv eine Chance geben. Für mich ein wirklich gelungener Auftakt, auch wenn die Geschichte die eine oder andere Länge weniger gut vertragen hätte.