Atmosphärisch spannend!

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k.olibri Avatar

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Es geschehen seltsame Dinge in dem Küstenörtchen Geelekow. In ganz Geelekow? Nein, vor allem in der Villa Sturmmöwe, dem luxuriösen Ferienhaus, das einst Lotta Familie gehört hat.

Dahin flüchtet sie sich nämlich nach einigen Niederlagen in ihrem Berliner Leben zurück, bis sie die Scherben ihres Daseins wieder zusammengesetzt hat, denn dieser Ort ist ihre Zuflucht, ist mit glücklichen Erinnerungen verbunden, mit Ferien „als mein Vater noch kein völliger Arsch war“, Lotta noch ein Job und keinen dämlichen Exfreund hatte.

Doch etwas hat sich verändert. Nicht alle heißen Sie freundlich willkommen, nicht alle sind begeistert, dass sie in dem Ferienhaus lebt, in dem in der Vergangenheit schon so einiges passiert ist, was keine gute Publicity für das Touristenörtchen sein mag.
Und nicht alle wollen sie lebendig sehen.


🐦‍⬛“Doch ich schließe die Tür mit einem unguten Gefühl“

Mit einigen Hindernissen und völlig erschöpft kommt Lotta in dem Ferienhaus, das in ihrer Kindheit der neuen Partnerin ihres Vaters gehört hat, an. Dort hält sie sich am liebsten in ihrem geliebten Krähenzimmer auf, in dem sie schon damals gezeichnet und die Vögel, die den Weg Lottas stets begleiten, beobachtet hat.

Von Anfang an wird sie von einer Aneinanderreihung seltsamer Dinge, für die es keine logische Erklärung gibt, geplagt. Da sind Geräusche, wo eigentlich Ruhe einkehren müsste, da fehlen Dinge, wo sie doch etwas hingelegt hat, und hatte sie die Tür nicht fest verschlossen?
Zum Glück lernt sie die alteingesessene Freundesclique, bestehend aus Bo, Nele, Justus und Friedrich, kennen. Die nehmen sie wenigstens mit großem Herzen auf, denn manche begegnen Touristen grundsätzlich mit offener Feindseligkeit. Selbst die Nachbarin ist komisch.


🔪 Regel Nummer 3: „Ich darf ihr keine Ruhe lassen.“

In Zwischenkapitel erfahren wir die Sicht des anonymen Täters, der immerhin versucht, seine Obsession für die Villa Sturm Möbel mit Regeln entgegenzusetzen, die allerdings nach und nach schärfere Züge annehmen.

Regel Nummer 1: „Ich darf sie nicht hinein lassen.“ - hat schon mal nicht funktioniert.

Regel Nummer 2: „ Ich darf mich ihr nicht nähern.“ - wir werden sehen…

Er hat ein Geheimnis und sucht etwas in der Villa, etwas das ihn belasten kann.
Er muss Lotta loswerden!

Die Spannung des Plots wird auch gehalten, weil es in weiten Teilen des Romans nicht klar ist, wer der Mörder sein könnte. Carolin Frey führt sehr geschickt einige Personen ein, die unterschwellig oder überschwellig dafür infrage kämen. Dass man die Auswahl hat, ist natürlich spannungfördernd.
Die Figuren in ihren Tiller sind dazu noch recht unterschiedlich und gut charakterisiert.
Der Sprachstil ist locker, flockig authentisch, weshalb man ebenfalls durch dieses Buch gut fliegen kann.

Kritik: Für meinen Geschmack passiert mir manchmal zu wenig, gerade im Mittelteil des Spannungaufbaus, der den Leser bei der Stange hält. Man kommt nicht voran mit der Motivation des Täters und scheinbar klärt sich ja dann doch immer wieder das ein oder das andere. Hier hätte der Leser etwas mehr Futter gebraucht.

Ich als ausgesprochener Krähenfan habe insgesamt jedoch sehr gerne zu diesem Buch gegriffen und es nicht bereut!
Ich schätze mal, wir werden noch mehr von Carolin Frey zu hören und zu lesen bekommen und darauf freue ich mich auf jeden Fall!