Solider Krimi mit kleinen Schwächen

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„Das Krähenzimmer“ ist ein Krimi, der einiges richtig macht, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Carolin Frey erzählt konzentriert und mit einem Blick für die kleinen Spannungen zwischen ihren Figuren. Das Setting bleibt überschaubar, die Beziehungen sind recht glaubwürdig.
Allerdings habe ich bei fast allen Protagonisten einzelne Verhaltensweisen nicht ganz nachvollziehen können. Das hat mich an ein paar Stellen kurz aus dem Lesefluss gebracht, auch wenn die Geschichte insgesamt recht stimmig bleibt.
Der Roman ist angenehm kurzweilig. Frey verzichtet auf überflüssige Nebenstränge und hält das Tempo klar und straff. Die Kapitel lesen sich flüssig und man bleibt leicht im Rhythmus. Das macht das Buch zu einem Krimi, den man gut in zwei, drei Lesesessions durchliest, ohne das Gefühl zu haben, dass etwas fehlt.
Die klassische Whodunit‑Struktur trägt den Roman: ein begrenzter Kreis Verdächtiger, ein Fall, der sich Schritt für Schritt öffnet, und ein Ermittlungsweg, der nachvollziehbar bleibt. Nicht jede Wendung überrascht, und bei manchen Figuren hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht, aber insgesamt bleibt der Roman stimmig und gut geführt.
Genau das macht den Ton zu einer soliden 3‑ bis 4‑Sterne‑Bewertung: einmal mehr mal weniger spannender Krimi vor sehr schöner Kulisse, der recht zuverlässig unterhält.