Starke düstere Stimmung

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duckyputz Avatar

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Lotta kehrt nach mehreren Jahren in das Haus ihrer Kindheit zurück. Statt vertrauter Menschen erwarten sie dort Ablehnung und Schweigen. Niemand scheint wirklich mit ihr sprechen zu wollen, gleichzeitig wird schnell deutlich, dass ihre Rückkehr mit etwas zusammenhängt, das in der Vergangenheit passiert ist.
Die Atmosphäre gehört für mich zu den stärken des Buches. Der Schauplatz mit der alten Villa und den merkwürdigen Ereignissen passt gut zu einem Thriller und sorgt stellenweise für eine unangenehme, düstere Stimmung. Auch die Gegenwartsform funktioniert gut, weil man Lottas Wahrnehmung unmittelbar miterlebt. Besonders gelungen fand ich die Frage, ob die Ereignisse tatsächlich passieren oder ob Lotta selbst nicht mehr trauen kann, was sie erlebt. Positiv sind für mich die verschiedenen Perspektiven und die Tagebucheinträge. Sie bringen immer wieder neue Fragen auf und sorgen dafür, dass die Spannung trotz einiger längerer Passagen nicht vollständig verloren geht. Der Schreibstil ist unkompliziert und lässt sich schnell lesen.
Allerdings verliert die Geschichte nach dem ersten richtig guten Abschnitt das Tempo. Einige Entwicklungen wirken unnötig in die Länge gezogen und bestimmte Situationen konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Auch manche Figuren werden eingeführt, ohne später noch eine Bedeutung zu haben. Dadurch entsteht der Eindruck, dass nicht alle Handlungsstränge zusammengeführt sind. Das Ende ist deutlich ereignisreicher als der Mittelteil und hält Überraschungen bereit. Gleichzeitig geht die Auflösung schnell und nicht jede offene Frage wird beantwortet.
Insgesamt hat das Buch einen passenden Schauplatz und einige gute Ideen, bleibt bei der Umsetzung aber hinter seinen Möglichkeiten zurück.