Wunderschönes Cover - Irreführender Titel

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dragis_lieblingsbuecher Avatar

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Das wunderschöne Cover und der Titel klangen so beeindruckend und ansprechend, dass ich es kaum erwarten konnte, das Buch zu lesen. Umso enttäuschender war es, dass es nicht nur hinter meinen Erwartungen zurückblieb, sondern insgesamt wenig überzeugend war.

Titel und Klappentext vermitteln den Eindruck, es gehe um eine anschauliche und tiefgehende Darstellung der reizüberfluteten, digitalen Gegenwart. Tatsächlich hat der Inhalt damit jedoch nur wenig zu tun. Der Titel wirkt im Nachhinein irreführend, da das zentrale Konzept des „magischen Zerdenkens“ kaum greifbar wird und sich nicht klar im Text widerspiegelt.

Stattdessen werden verschiedene Phänomene eher lose aneinandergereiht. Ein klarer roter Faden fehlt, die Gedanken springen häufig abrupt von einem Thema zum nächsten, ohne dass ein wirklicher Zusammenhang entsteht. Dadurch wirkt der Text stellenweise beliebig und schwer nachzuvollziehen.
Auffällig ist zudem, dass viele der beschriebenen Entwicklungen stark auf den amerikanischen Kontext bezogen sind. Dieser ausgeprägte Amerizentrismus macht es aus europäischer Perspektive teilweise schwierig, die Beispiele nachzuvollziehen oder als allgemein gültig einzuordnen.

Insgesamt bleibt das Buch hinter dem zurück, was Titel und Aufmachung versprechen. Was zunächst nach einer spannenden Analyse unserer Gegenwart klingt, entpuppt sich als eher sprunghafte Sammlung von Beobachtungen ohne klare Struktur oder erkennbare Tiefe.