Meine Nackenhaare stehen immer noch senkrecht!

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danilisbeth Avatar

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Jahrzehntelang habe ich fast ausschließlich Thriller gelesen – und zwar am liebsten die richtig düsteren. Blutige Geschichten, psychologische Abgründe, Täter, die einem beim Lesen unter die Haut gehen: Genau mein Ding. Besonders Psychothriller faszinieren mich bis heute, wahrscheinlich auch, weil ich aus dem Psychologie-Bereich komme und automatisch immer mitdenke: Könnte das wirklich so passieren? Verhalten sich Menschen glaubwürdig? Sind Traumata, Ermittlungen und psychische Belastungen realistisch betrachtet so möglich?

Und genau da hat mich diese Leseprobe sofort gepackt.

Schon die ersten Seiten erzeugen eine unangenehme, fast kalte Atmosphäre. Diese Mischung aus nordischer Ruhe und unterschwelliger Bedrohung funktioniert unglaublich gut. Der Schreibstil ist ruhig, aber gleichzeitig so eindringlich, dass man beim Lesen sofort merkt: Hier braut sich etwas Dunkles zusammen und die Gänsehaut zieht über den ganzen Körper!

Besonders spannend fand ich die Figur des Ermittlers Björling. Er wirkt angenehm menschlich, nicht überzeichnet oder künstlich cool. Seine Trauer, seine Erschöpfung und die Art, wie ihn Erinnerungen an seine Frau verfolgen, wirken bedrückend echt. Gerade die Szenen, in denen Realität und mögliche Halluzination verschwimmen, fand ich psychologisch unglaublich interessant. Man fragt sich: Wie stabil ist dieser Mann noch?

Und als Mutter hatte mich die Geschichte sowieso sofort. Spätestens bei den Gedanken an seine Tochter Malin war ich emotional komplett drin. Dieses Bedürfnis, sein Kind beschützen zu wollen, während gleichzeitig etwas Bedrohliches immer näher rückt, erzeugt fast unaufhaltbare Spannung. Genau solche emotionalen Ebenen machen Thriller für mich stark.

Auch der Fund der jungen Frau im Fluss war extrem eindringlich beschrieben. Die Details – der ausgemergelte Körper, die Verletzungen, der rasierte Kopf – werfen sofort unzählige Fragen auf. Was ist mit ihr passiert? Warum wurde sie offenbar so misshandelt? Und steckt vielleicht noch viel mehr hinter dem Fall?

Besonders gelungen fand ich außerdem die Atmosphäre rund um das Lyahemmet. Diese Mischung aus Einsamkeit, psychischer Erkrankung, Isolation und den merkwürdigen Figuren erzeugt fast schon Horrorfilm-Vibes. Gleichzeitig wirkte vieles erschreckend glaubwürdig – gerade auch die Darstellung von Ove und der Einrichtung.

Die Leseprobe hat es geschafft, dass ich sofort weiterlesen möchte. Düster, psychologisch interessant geschrieben und emotional bedrückend – genau die Art Thriller, die ich liebe und bei der ich mich auskenne!