Überzeugendes Erzählungskonzept

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In dem Roman "Der Ameisenhaufen" geht es um die gleichnamige TV-Sendung, die von "MasterTV - Österreich" produziert und von einem Privatsender ausgestrahlt wird.
Die Show soll aus insgesamt secht Folgen bestehen, wobei die sechste Folge das Finale ist. In den ersten fünf Folgen tritt jeweils ein Kandidat mit einer jeweils anderen 50-köpfigen Kindergartengruppe an, um gemeinsam miteinander Aufgaben zu lösen. Die fünf- bis sechsjährigen Kinder werden aber vorher extra auf Unartigkeit gedrillt. Die Kandidaten, die es trotzdem schaffen, kommen ins Finale und haben weiterhin die Möglichkeit auf den Hauptgewinn in Höhe von einer Millionen Euro.
Wie sich aber herausstellt, wurde offensichtlich das Preisgeld aus dem Büro des Geschäftsführers von "MasterTV - Österreich" gestohlen. Und als Kandidaten müssen nun einige Mitarbeiter von "MasterTV - Österreich" herhalten, um Geld zu sparen.
Im Mittelpunkt der Erzählung steht dabei der junge Cutter Jonas, der auch als Kandidat ausgewählt wurde.

Am Anfang ist der Sprachstil von Vera Russwurm, der Autorin, etwas gewöhnungsbedürftig, dies liegt wohl hauptsächlich an den für mich nicht gebräuchlichen Satzkonstruktionen im "Österreichischen". Aber das ist kaum der Rede wert. Man bemerkt das am Ende des Buches gar nicht mehr.
Wenn man in den Roman hinein gefunden hat, dann kann man ihn schnell und flüssig lesen.
Die Erzählung ist relativ ungewöhnlich, wie der Sprachstil zu Anfang.
Sie steckt voller Intrigen, Liebschaften, echten Liebenden, Verrat, Lüge, Erpressung und so weiter und so fort.
Eigentlich sind das alles Dinge, die man für gewöhnlich in einer historischen Saga erwartet.
Hier sind die aber gekonnt in ein modernes Gewand überführt worden, was mir sehr gut gefällt und auch ein wenig imponiert.
Natürlich wird einiges überspitz dargestellt, aber es trägt zur Unterhaltung des Lesers bei und auch ein Körnchen Wahrheit wird darin stecken.
Dabei gefällt mir auch, wie der Autorin die verschiedenen Charaktere gelungen sind. Von jedem kann man sich ein gutes Bild machen.
Zudem ist der Roman bis zu einem Grad spannend, darauf liegt aber nicht der Schwerpunkt der Geschichte.

Insgesamt eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Geschichte für den Leser, die einem nie langweilig wird und die durch ihre Konzeption überzeugt.