Berührend

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preiselbeer Avatar

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Hermann Loch, Sohn einer Niederländerin und eines österreichischen Offiziers. Wurde in den Niederlanden geboren und wuchs dort, bis zum Tod seiner Mutter und Großmutter im Jahre 1916, auf. Nach diesem traurigen Schicksalschlag erhebt seine, in Wien lebende, österreichische Tante Anspruch darauf Hermann aufzuziehen.
Hermann konnte nie den Ansprüchen seiner Tante genüge tragen und flüchtet sich irgendwann in die Malerei. Sein Hauslehrer attestiert ihm großes Talent, dieses Talent der Beobachtungsgabe wird ihn sein Leben lang begleiten.
In der Sommerschule lernt er Béla, Franzi, Max, Bertl und Lotte kennen. Sie werden Freunde und treffen sich jedes Jahr in der Sommerschule wieder. Bis diese schließt und sie sich aus den Augen verlieren.
Durch Zufall trifft Hermann Béla in Wien wieder und auch die anderen tauchen wieder auf. Offensichtlich sind sie alle über die Jahre miteinander in Kontakt geblieben. Von nun an verbringen sie die Ferien in Altausee und Hermann wird zu ihrem Bindeglied. War es in ihrer Kindheit noch egal, dass Max und Franzi jüdisch und Béla sich zu Männern hingezogen fühlt, so beginnen diese Unterschiede in diesen Zeiten immer mehr ins Gewicht zu fallen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und die Geheimnisse, die Hermann von seinen Freunden aufgebürdet bekommt, lasten schwer auf ihn.
Ich durfte den Roman von Judith Fanto als Rezensionsexemplar lesen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig und detailverliebt. Die Geschichte hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Zum einen die Figur des Hermanns, der zwar von seinen Freunden herzlich aufgenommen wurde, aber irgendwie immer am Rand steht und zusieht. Und zum anderen die Figuren von Bertl und Lotte, die sich für die politische Überzeugung entscheiden und welche Folgen diese Entscheidung mit sich zieht.
Ein tolles Buch, dass ich wärmstens weiterempfehlen kann.