Der lange Weg einer Freundschaft

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Durch einen Brief, den er 1948 erhält, taucht der Ich-Erzähler tief in die Vergangenheit ein, bis zurück ins Jahr 1916. Nach dem Tod seiner nächsten Familie in der Stadt Haarlem in den Niederlanden wird er als Zehnjähriger in eine neue Umgebung katapultiert. Eine ihm unbekannte Tante holt ihn nach Wien, wo er sich nicht wohl fühlt. Erst als er im Sommercamp fünf Gleichgesinnte kennen- und schätzenlernt, wird das Leben wieder erträglich für ihn. Er erinnert sich an viele Begebenheiten, ob klein oder groß, Probleme und schöne Zeiten.

Die sehr einfühlsam erzählte Geschichte einer Freundschaft über viele Jahre und Ereignisse hat mich durch die langsame Erzählweise beeindruckt. Abstand durch das Leben in verschiedenen Ländern, Veränderungen in den politischen wie persönlichen Situationen und das Verhalten eines jeden einzelnen in diesem Freundeskreis wird uns nahe gebracht. Die Bezeichnung Betrachter für den Protagonisten ist total nachvollziehbar, denn der Rückblick wird mit einer gewissen Distanz dargestellt. Wer Bücher mit Tiefgang mag, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen.