Freundschaft - und was nach Jahren davon übrig ist
Man schreibt das Jahr 1948 als der Kunstrestaurator Hermann Loch, genannt Manno, einen Brief erhält, der ihn tief erschüttert und die Vergangenheit wieder in ihm aufleben lässt. Es war 1916, er war zehn Jahre alt, als seine Mutter tödlich verunglückte und er seine niederländische Heimatstadt Haarlem verlassen und zu seiner Tante nach Wien ziehen musste. Dort war er nur geduldet, verstand die Sprache nicht und war sehr einsam, bis er in ein Sommerferienlager verschickt wird und Béla, Max, Bertl, Franzi und Lotte kennen lernt. Ab sofort verbindet die sechs eine Freundschaft, die auch über die Schulzeit hinaus anhält. Jeden Sommer machen sie gemeinsam Ferien in Altaussee und es ist ihnen egal, wer schwul, jüdisch oder anderswie orientiert ist. Ihre Freundschaft wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, nachdem 1938 die Nazis in Österreich einmarschiert sind …
Judith Fanto, geb. 1969 in Delft, ist eine niederländische Schriftstellerin. Sie studierte Rechtswissenschaften, erwarb einen Master in Medizinrecht und arbeitete als medizinische Anwältin. Judith Fanto ist Mutter von drei Kindern. 2020 erschien ihr erster Roman „Viktor“, für den sie den Hebban-Debütpreis gewann. Es folgte 2025 der Roman „Narcis“, der 2026 unter dem deutschen Titel „Der Betrachter“ im Kein & Aber Verlag erschienen ist.
Der Titel des Buches ist sehr gut gewählt, der Schreibstil ist gut verständlich, literarisch, aber nicht kompliziert und lässt Platz für eigene Gedanken. Die Autorin lässt das Geschehen von Hermann selbst erzählen, der seine Erlebnisse betrachtend reflektiert, gedanklich kommentiert und an uns Leser weitergibt. Dadurch wirkt die Geschichte viel intensiver, denn man bekommt Stimmungen, Bemerkungen und Gesten hautnah mit, woraus sich eine unterschwellige Spannung ausbreitet. Der Roman lebt sehr stark von der Atmosphäre und den ziemlich ausführlichen Beschreibungen, auch schrecklicher Ereignisse, und lässt uns am Schluss recht nachdenklich zurück.
Fazit: Ein sprachlich eher ruhiger, bildhafter und psychologischer Roman zum Nachdenken – nichts zum schnellen Durchlesen.
Judith Fanto, geb. 1969 in Delft, ist eine niederländische Schriftstellerin. Sie studierte Rechtswissenschaften, erwarb einen Master in Medizinrecht und arbeitete als medizinische Anwältin. Judith Fanto ist Mutter von drei Kindern. 2020 erschien ihr erster Roman „Viktor“, für den sie den Hebban-Debütpreis gewann. Es folgte 2025 der Roman „Narcis“, der 2026 unter dem deutschen Titel „Der Betrachter“ im Kein & Aber Verlag erschienen ist.
Der Titel des Buches ist sehr gut gewählt, der Schreibstil ist gut verständlich, literarisch, aber nicht kompliziert und lässt Platz für eigene Gedanken. Die Autorin lässt das Geschehen von Hermann selbst erzählen, der seine Erlebnisse betrachtend reflektiert, gedanklich kommentiert und an uns Leser weitergibt. Dadurch wirkt die Geschichte viel intensiver, denn man bekommt Stimmungen, Bemerkungen und Gesten hautnah mit, woraus sich eine unterschwellige Spannung ausbreitet. Der Roman lebt sehr stark von der Atmosphäre und den ziemlich ausführlichen Beschreibungen, auch schrecklicher Ereignisse, und lässt uns am Schluss recht nachdenklich zurück.
Fazit: Ein sprachlich eher ruhiger, bildhafter und psychologischer Roman zum Nachdenken – nichts zum schnellen Durchlesen.