Schöne Familiengeschichte

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In dem 2. Band der Bücherfrauen von Listland „Der Duft des Strandhafers“ ist Anna wieder zurück bei Fenja und diesmal begibt sie sich auf die Suche nach Martje, Fenjas älterer Schwester.
Wie schon im ersten Band arbeitet die Autorin mit zwei Zeitebenen, die sich nach und nach ergänzen.
In der Gegenwart folgt Anna Briefen, Erinnerungen und Hinweisen, die tief in die Vergangenheit Listlands führen. Schritt für Schritt setzt sie Martjes Geschichte zusammen: ihre Entscheidungen, ihre Verluste, ihre Verbindungen zu Menschen und Orten, die sie geprägt haben. Parallel dazu entfaltet sich die frühere Zeitebene, in der Martje selbst lebendig wird, nicht als bloßer Name, sondern als Frau mit Hoffnungen, Zweifeln und einem starken Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Martje ist für mich eine besonders fein gezeichnete Figur. Ihre Lebensgeschichte wirkt authentisch, mit all ihren Hoffnungen und inneren Konflikten. Man spürt ihre Sehnsucht nach einem Platz, an dem sie wirklich dazugehört. Gerade dieser sensible Umgang mit Verlust und Familienzugehörigkeit hat mich sehr berührt.
Gabriella Engelmann schreibt warm, bildhaft und mit einer Leichtigkeit, die dennoch Tiefe zulässt. Ihr Stil ist ruhig und besonders hat mir der sensible Umgang mit schwierigen Themen gefallen.

Fazit:
Der Duft des Strandhafers ist eine warmherzige, kluge Geschichte über das Wiederfinden von Menschen und Wurzeln.
Für mich war es wieder eine wunderbare Reise nach Listland, und ich würde jederzeit zurückkehren.