Zwischen Wald und Wunden

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Das Cover von Der Einsiedlersommer gefällt mir sehr: Die kräftigen Farben, die Blätter und der leuchtende Käfer wirken lebendig, warm und zugleich ein wenig eigenwillig. Es passt wunderbar zu einer Geschichte, in der Natur nicht bloß Kulisse ist, sondern eine eigene Stimme bekommt.
Die Leseprobe hat mich auf leise, aber eindringliche Weise berührt. Schon der Prolog über den seltenen Eremitenkäfer ist ungewöhnlich schön erzählt – sachkundig, poetisch und voller Staunen für ein kleines Wesen, dessen Existenz plötzlich etwas sehr Großes bedeutet. Danach wechselt die Geschichte zu Eva, die nach einem schweren Verlust Abstand sucht und in einem abgelegenen Haus im Wald neu atmen möchte.
Besonders gut gefällt mir, wie fein Naturbeobachtung und menschlicher Schmerz miteinander verwoben werden. Eva wirkt verletzlich, erschöpft und gleichzeitig vorsichtig hoffnungsvoll. Auch Olga, die ältere Nachbarin, ist sofort interessant: verschlossen, misstrauisch und eigenwillig, aber gerade deshalb eine Figur, hinter der man mehr vermutet.
Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil die Leseprobe einen ruhigen, klugen und atmosphärischen Roman verspricht – über Trauer, Rückzug, Natur, Einsamkeit und die Möglichkeit, inmitten des Verlorenen doch wieder etwas Lebendiges zu finden.