Großes Debüt mit schwierigem Start

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Auch wenn der Start in dieser Geschichte sich schwierig gestaltete, kann man "Der größte Spaß, den wir je hatten" als großes Debüt bezeichnen.

Inhalt:
In "Der größte Spaß, den wir je hatten" geht es um David und Marilyn, ihre Liebe zueinander, ihre vier Töchter, ihre Gefühle und Beziehungen zueinander.
Claire Lombardo schreibt über jahrzehntelange Liebe, über die verschiedenen Arten der Liebe und wie schwierig es manchmal ist sie zu finden.

Der Einstieg in diesen Roman fiel sehr schwer. Es überkamen einen Langeweile und man wunderte sich, warum die Autorin so pathetisch schreibt. Zudem musste man erst einmal mit den verschiedenen Charakteren zurechtkommen und sie quasi verinnerlichen.
Aber nach ein wenig Überwindung merkte ich plötzlich, dass ich schon mehr als 70 Seiten gelesen hatte und dabei gar nicht mehr wie zu Beginn gelangweilt war.
Der Schreibstil, merkte ich, ist wunderbar, die Probleme sind alltäglich, aber interessant, teilweise sogar brisant. Die Beziehungen sind es absolut würdig, zum Gegenstand eines Romanes zu werden.
Selbstverständlich waren mir manche Charaktere sympathischer als andere und von manchen hätte ich am liebsten noch viel mehr erfahren.

Claire Lombardo schreibt sehr präzise, wechselt abwechselnd zwischen früher und heute, bleibt aber dennoch chronologisch. So ist schon aufgrund der Erzählform ein Mindestmaß an Abwechslung garantiert.
Das Ende kam relativ abrupt und überraschend, fast wie ein willkürlicher Schnitt. Man hatte eher das Gefühl als könnte es so weitergehen.
Dieser Kritikpunkt wird jedoch mit einem Blick auf die Seitenzahl des Romans relativiert.

Ein toller Roman, der einen gekonnt in eine andere Familie mitnimmt und einen die Welt um einen vergessen lässt.