Schön erzählt, bleibt für mich aber leider unnahbar

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
kurzundbuch Avatar

Von

Der Sommer, der uns blieb“ von Greta Herrlicher ist zunächst einmal ein wirklich wunderschön gestaltetes Buch. Man merkt sofort, wie viel Liebe in der Ausstattung steckt.
Im Mittelpunkt stehen die drei Kindheitsfreunde Britta, Pia und Martin, die einst unzertrennlich waren, bevor eine folgenschwere Entscheidung sie auseinandergerissen hat. Zwanzig Jahre später kehrt Pia zurück und mit ihr die Fragen nach dem, was damals wirklich passiert ist.
Erzählt wird aus den Perspektiven aller drei Figuren und auf mehreren Zeitebenen. Dadurch entsteht nach und nach ein vollständigeres Bild ihrer Freundschaft, ihrer Verluste und der Geheimnisse, die sie über Jahre voneinander getrennt haben.
Ich habe das Buch gerne gelesen, bin aber nicht so richtig hineingekommen. Die Geschichte ist sorgfältig aufgebaut und greift viele große Themen auf: Freundschaft, Familie, Verlust, Krankheit, Demenz, Corona und die Frage, wie sehr die Vergangenheit das eigene Leben prägt. Vielleicht waren es für mich sogar etwas zu viele Themen auf einmal.
Die Figuren blieben mir über weite Strecken emotional fern. Ich konnte einige ihrer Entscheidungen nicht immer nachvollziehen und hatte dadurch Schwierigkeiten, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Gleichzeitig fand ich die Grundidee und die Entwicklung der Geschichte durchaus interessant und wollte wissen, wie alles zusammenhängt.
Für mich ist das ein ruhiger, eher melancholischer Roman über Freundschaft, verpasste Chancen und die Spuren, die Menschen in unserem Leben hinterlassen. Emotional hat er mich nicht vollständig erreicht, trotzdem habe ich die Geschichte gerne begleitet.