Ein gefühlvolles Buch über Hoffnung, Liebe, Neubeginn

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Der sehr gelungene Roman von Lisa Quentin “Die Bernsteinfischerin” ist ein überaus gut lesbares Buch, welches über Verlust, Liebe und das Wunder von Begegnungen erzählt, welche unser Leben auf die eine oder andere Weise beeinflussen und verändern kann.

Das in einem Bernstein eingeschlossene Lebewesen, welches vor undenkbar langer Zeit durch herabfließendes, flüssiges Harz zum plötzlichen Tod kam, jedoch als Teil dieses Steines zu einem besonderes Unikat wurde, wirft viele Fragen auf und führt 2 Frauen zueinander, die sich sonst nie begegnet wären.

Wir lernen in diesem Buch Ebba kennen- Tochter eines Bernsteinfischers. Ebba ist ein Mädchen, was das Meer und die Freiheit liebt. Sie lebt mit ihrer Familie im Samland und ist mit dem gleichaltrigen Leo eng befreundet. Beide verbindet die Leidenschaft, Bernsteine zu finden und zu verstecken. Und so findet Ebba eines Tages einen ganz besonderen Stein, in welchem ein kleines Tier eingeschlossen ist. Eines Tages ist die Flucht vor dem Krieg unvermeidbar und die Familie ist gezwungen, das gemütliche Haus zwischen den Dünen zu verlassen. Die Eltern versprechen dorthin zurückzukehren, wenn erst der Krieg vorbei sein wird. Doch dazu kommt es nie.
Ebba und Leo werden durch den plötzlichen Aufbruch getrennt.
Ebba und ihre Eltern finden eine neue Heimat in Niendorf an der Ostsee. Doch richtig heimisch wird Ebba dort auch nach Jahren nicht.
So flüchtet sie sich in die Kunst und das Malen und sehnt sich zurück zum Ort ihrer Kindheit und Leo, ihrem besten Freund.

Jahrzehnte später hält Julika, eine Bernsteinforscherin, diesen speziellen Stein- auch Inkluse genannt- in ihren Händen und kann sich diesen besonderen Einschluss so ganz und gar nicht erklären.
Julika, eine junge Frau von sechsundzwanzig, hängt in ihrem Leben fest. Sie fühlt sich ihren Eltern gegenüber verpflichtet, indem sie sich um ihre kranke Mutter, abwechselnd mit dem völlig überforderten Vater, kümmert, dafür aber einen hohen Preis zu zahlen hat.
Alle 3 verbindet dieses Schweigen, welches aus dem Geschehen heraus entstand und auch die Erkrankung der Mutter zur Folge hatte.
Julikas Leben ist dabei buchstäblich zum Stillstand gekommen.
Das Unaussprechlichen lähmt ihrer aller Leben.
Sie sehnt sich danach, wieder atmen zu können und sich von dieser Last zu befreien.
Der Bernstein, die offenen Fragen zum Unerklärlichen und die Tatsache, dass es da eine Frau gibt, die diesen Stein einst gefunden hat, veranlasst Julika dazu, an die Ostsee zu reisen und Ebba, mittlerweile über neunzig Jahre alt, zu treffen.
Das Zusammentreffen, die Geschichte, die Ebba mit Julika in ihrer Erzählung zu teilen bereit ist und dieses tiefe einander verstehen, führt zu einer besonderen Verbindung, die das Leben von Julika nachhaltig prägt und verändert.

Ein wunderbares, leises, manchmal etwas trauriges, nachdenklich stimmendes und mit viel Herz geschriebenes Buch, welches eine besondere Botschaft hinterlässt.
Eine absolute Leseempfehlung!!