tolle Fortsetzung

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" Die Heimkehr der Störche" ist der zweite Teil der Gutsherrensaga und lässt sich genauso spannend und interessant lesen wie der erste Teil.

Die Familie von Dora ist nach der Flucht in der Lüneburgerheide gestrandet. Auf einem Hof, auf dem sie nicht willkommen sind, wie viele Flüchtlinge der damaligen Zeit, leben und arbeiten sie, doch Dora will sich mit diesem Schicksal nicht zufrieden geben. Sie will ihren Traum Tierärztin zu werden nicht aufgeben und hat das Glück in Ostberlin einen Studienplatz an der Humbold Universität zu bekommen. Zusammen mit Clara macht sie sich auf den Weg, einer neuen Zukunft entgegen. Das Leben im Ostteil der Stadt gestaltet sich allerdings sehr schwierig und Dora merkt, dass sie für ein Leben unter Zwang nicht geeignet ist. Als sie im Juni 1953 bei der Demonstration des Arbeiteraufstands mitmacht, entgeht sie knapp einer Verhaftung und flieht in den Westen.

Wieder sehr flüssig und spannend erzählt dieser zweite Band das Leben nach der Flucht im Ostteil Berlins. Während es im Westen immer mehr bergauf geht, leiden die Menschen im Osten weiterhin Mangel, was letztendlich in Demonstationen mündet, die brutal niedergeschlagen werden. Dieses Leben und auch die Atmosphäre dieser Zeit, fängt die Autorin fantastisch ein und man folgt dem Geschehen atemlos. Die Figuren, die einem ja schon durch den ersten Band ans Herz gewachsen sind, allen voran Dora und auch Kurt, werden sehr gut beschrieben. An der Figur Curt wird auch klar, wie der Sozialismus in ein Unrechtsstaat mündete.

Ich habe dieses Buch wieder verschlungen und bin gespannt, was wir noch von dieser Autorin hören.